Katastersitzung in Laichingen

Dieser Nachmittag sah Gerhard und mich auf dem Weg nach Laichingen, wo im Rasthaus über der Tiefenhöhle die diesjährige Katastersitzung stattfand. Außer uns waren noch etwa 30-40 andere Höhlenforscher gekommen.

Ritschi, der Katasterführer, stellte zur Eröffnung die aktuelle Statistik vor, laut der z.Z. 2778 unterirdische Hohlräume auf der Schwäbischen Alb registriert sind. 109 davon sind künstlich. Immerhin 86% aller Hohlräume sind mit Höhlenplänen dokumentiert. Im „Geschäftsjahr“ 2006 waren 17 neue Objekte hinzugekommen. Im Rahmen einer Softwareumstellung konnten Karteileichen und falsche Einträge bereinigt werden. …

Immer wieder Sonntags…

…erwacht das Entdecker- und Forscherfieber! Am vorgestrigen Sonntag Nachmittag steuerten Irene und ich den Teußen- und Falkenberg bei Essingen an, wo Irene zuvor bei einem Spaziergang eine höhlenverdächtige Stelle ausfindig gemacht hatte. Die Ortsbesichtigung ergab, dass wir uns wahrscheinlich nicht zuviel von dem Objekt versprechen dürfen, es aber im Sommer genauer begutachtet werden muss. Wir nutzten unsere Präsenz vor Ort, um einen Steilhang und einen Felsriegel nach Höhlen abzusuchen, was leider zu keinem positiven Ergebnis führte. Mit ein paar Fotos und den GPS-Koordinaten im Kasten, traten wir die Weiterfahrt zu unserem nächsten Ziel an. …

Erste Tour des Jahres!

Pünktlich zur Kaffeezeit bin ich von der ersten Höhlentour in diesem Jahr zurückgekehrt. Irene und ich versuchten, in den aufgelassenen Steinbrüchen an der Spielburg auf dem Hohenstaufen eine kleine Höhle zu finden, die der verstorbene Gmünder Höfo R. Kreuz in einer Tagebuchnotiz vom 19.09.1970 erwähnte. Der Notiz legte er auch eine Planskizze und eine Lageskizze bei. Aus der Lageskizze wurde ich aber nie richtig schlau. Nach einem Vergleich mit dem Satellitenbild wurde mir aber schließlich klar, wo sich das Loch befinden muss: An der östlichen Wand des westlichen Steinbruchs. …

Höhlenblog eingerichtet

Nach anfänglicher Skepsis, ob der Blog-Hype zu besserem als nur jeder Menge Informationsmüll im Netz führen würde, habe ich festgestellt, dass es inzwischen etliche Perlen mit nützlichen Mitteilungen gibt. Weiterhin ist es auch nicht zu verachten, dass solch ein Blog ein nützliches Instrument darstellt, um rasch kurze Berichte und Mitteilungen zu publizieren, ohne erst einen HTML-Editor anwerfen und eine neue Seite in die Site-Struktur einfügen zu müssen.

Ich will hier künftig über Höhlentouren, Veranstaltungen und Ideen berichten, die vielleicht für den einen oder anderen vom „Höhlenvirus“ befallenen „Leidensgenossen“ von Interesse sind. Die Kommentarfunktion lasse ich erst einmal eingeschaltet, solange Spam und Müll in den Kommentaren nicht überhand nehmen. Rückmeldungen sind immer willkommen!

In diesem Sinne: Glück tief!

Roger

Der Fetzerschacht (Kat.-Nr. 7225/107) bei Lauterstein (Landkreis Göppingen), eine neue Höhle auf Kartenblatt Heubach

1 Lage und Zugang

[Aus Gründen des Höhlenschutzes gelöscht.]

2 Beschreibung der Höhle

Der Einstieg ist fast kreisrund mit einem Durchmesser und einer Tiefe von jeweils etwa einem Meter. In Richtung NE führt vom Grund der Grube ein unbefahrbarer, versinterter Schluf weg, der auf eine gleichfalls unpassierbare Öffnung in der Steinbruchwand zuläuft.

Die eigentliche Fortsetzung ist jedoch ein Schluf, der von der Grube nach SW abzweigt. Er mündet nach 1,5 m in eine kleine Kammer von etwa 1,5 auf 2 m Grundfläche und 1 m Höhe. Der Boden besteht aus kleinerem Verbruchmaterial. Die Überdeckung der Kammer beträgt kaum einen Meter. Durch die Abbauaktivitäten im Steinbruch bedingt, ist das Gestein stark zerrüttet. Daher ist in diesem Bereich der Höhle große Vorsicht geboten!

Fetzerschacht Grundriss

Rechts bricht der Boden der Kammer in einen 13 m tiefen Schacht ab, dessen Befahrung Einseiltechnik erfordert. Bohranker mit 8 mm-Gewinde sind an dieser Stelle im April 2003 für die Seilbefestigung angebracht worden. Der Schacht ist im oberen Teil knapp einen Meter weit, verbreitert sich in der Tiefe jedoch allmählich. An einer Stelle führt eine vertikale Spalte mehrere Meter weit einsehbar, jedoch unbefahrbar eng, in den Fels. Auch gibt es hübschen Wandsinter zu bewundern.

Etwa 5 m über dem Grund durchstößt der Schacht die Decke einer Halle, die 16 m lang, 4 m breit und bis zu 5 m hoch ist. Drei Seiten der Halle werden von senkrecht aufragenden Wänden begrenzt. Der Boden besteht aus scharfkantigen Versturzblöcken. Einige der Brocken sind mit schönem hellem Sinter überzogen, was darauf hindeutet, dass es vor der Inkasionsphase eine Phase mit optisch ansprechender Versinterung gab. An der nördlichen Wand, im Bereich von Messpunkt 1.6, sind auch noch einige Korrosions- und Erosionsformen zu sehen.

Fetzerschacht Aufriss

An zwei Deckenstufen wird die Raumhöhe erst auf 2,5 m und schließlich auf 1 m verringert. Die Stufen folgen deutlich der Bankung des Gesteins. Am westlichen Ende der Halle taucht die Decke ins Sediment ab. Einige Gesteinsschichten haben sich in diesem Bereich entlang der Schichtfugen teilweise abgelöst und hängen drohend über dem Forscher, falls er darunter herumkrabbelt.

Kurz vor der zweiten Deckenstufe kann man sich an der linken Wand zwischen Versturzblöcken in einer Spalte sehr mühsam und riskant bis auf eine Gesamttiefe von 18 m hinab arbeiten. Es geht dort jedoch nicht weiter.

Die Aussichten, im Fetzerschacht noch Neuland zu erschließen, sind eher gering. Zwei mögliche Ansatzpunkte für Grabungen bieten der versinterte Schluf direkt am Eingang sowie das verstürzte Ende der Halle bei Messpunkt 1.7. Letztgenannter Ort wäre jedoch eine sehr gefährliche Grabungsstelle.

3 Entdeckung und Erforschung

1979 stöberte H.- J. Bayer im Rahmen seiner Promotionsarbeit in dem Steinbruch die …höhle auf (briefliche Mitteilung von Katasterführer Richard Frank am 03.03.1987). Dieses Objekt ging unter der Nummer … in den Höhlenkataster Schwäbische Alb ein, wo es als 5 m lange Horizontalhöhle geführt wird. Weitere Informationen sind nicht vorhanden. Schon in den 1980er Jahren war es nicht mehr möglich, die Höhle zu finden. Der Abbau in dem Steinbruch war zu diesem Zeitpunkt jedoch schon stillgelegt.

Später wurde der Verfasser auf eine runde, flache Senke aufmerksam, die als Feuerstelle genutzt wurde. Einer Eingebung folgend führte er hier am 02.06.2002 eine Sondiergrabung durch, bei der der versinterte, zur Steinbruchwand ziehende Schluf angeschnitten wurde. Am 16.04.2003 machten Jürgen Friedel, Michael Gallasch, Roger Schuster und Klaus Wamsler an dieser Stelle weiter und schafften den Durchbruch in die Kammer mit dem Schacht. Da die Höhlenforscher nicht mit einem Schacht gerechnet hatten, hatten sie erst bei einer weiteren Befahrung in der Nacht vom 17. auf den 18.04.2003 die benötigte Ausrüstung für die Single Rope-Technik dabei und befuhren die gesamte Höhle. An dieser Tour nahmen die gleichen vier Personen wie bei der Entdeckung teil.

Am 19.04.2003 vermaßen Markus Dieth, Michael Gallasch und Roger Schuster die Höhle.

In Anspielung auf den engen Eingangsteil wurde als Name zunächst scherzhaft „Anderthalb Meter Schlazzerfetzer“ vorgeschlagen. Um den Namen den Gepflogenheiten des Höhlenkatasters anzupassen, wurde daraus offiziell der „Fetzerschacht“.

Ob diese Höhle etwas mit der …höhle zu tun hat, ist unklar. Im Eingangsschluf wurde eine zerdrückte und verrostete Coladose gefunden, die belegt, dass die Höhle nach ihrem Anschneiden durch den Steinbruchbetrieb zumindest teilweise zugänglich war. Es wurden keine Befahrungsspuren gefunden, doch könnte die Dose auch zusammen mit Steinen in die Höhle gelangt sein, womit letztere verschlossen wurde.

4 Geologie

Der Fetzerschacht liegt in grob gebankten Kalken. Die Gesteinsbänke sind zwischen 0,5 und 2 m mächtig. Schwämme sind nur als spärliche Einzelindividuen anzutreffen. Hornsteinknollen sind gleichfalls selten. In der Halle am Schachtgrund wurden einige vom Tropfwasser herauspräparierte Belemniten gefunden, die jedoch nicht bestimmt wurden. Von der Höhenlage her ist die gesamte Höhle stratigraphisch in den oberen Malm delta oder epsilon zu stellen.

Die Halle ist im Wesentlichen an „schwäbisch streichenden“ Klüften orientiert.

Die Schachtsohle liegt auf derselben Höhe wie der Grund des Trockentals, das unterhalb des Steinbruchs von NW nach SE verläuft. Das westliche Ende der Halle läuft auf das Tal zu, das etwa 30 bis 40 m entfernt ist. Hier sind noch die Spuren der Arbeit des Wassers festzustellen, weshalb man davon ausgehen kann, dass die Genese des Fetzerschachts mit der Talbildung korreliert. Nach der geomorphologischen Übersichtskarte der Ostalb (inDongus 1974) liegt das Gebiet des Fetzerschachts in den obermiozänen Rumpfflächen der Kuppenalb. Damit ist der Fetzerschacht als spätmiozäne bis pliozäne Bildung anzusprechen.

5 Biologie

Die Fauna des Fetzerschachts ist artenarm. Neben der Höhlenspinne (Meta menardi) wurden vor allem verschiedene Weberknechte (Opiliones) gefunden. Viele der Spinnentiere sind tot und von Pilzen durchdrungen. Die Wände der Halle wirken durch die vielen verschimmelten Spinnenleichen stellenweise wie mit weißen Flecken überzogen.

Außerdem wurden im April 2003 zwei Fledermäuse angetroffen, wovon die eine als Großes Mausohr (Myotis myotis) bestimmt werden konnte. Die andere hing für eine Bestimmung in zu großer Höhe.

Die Fledermäuse beweisen, dass es neben dem erst freigelegten Eingang noch weitere Verbindungen zur Außenwelt gibt, die für kleinere Tiere passierbar sind.

6 Fazit

Selbst in einem Gebiet, das wie das Kartenblatt 7225 Heubach mit 107 Katasternummern einen hohen Bearbeitungsgrad erlangt hat, können Intuition, Neugier, Glück und ein bisschen Ausdauer noch immer zu schönen und unerwarteten Entdeckungen führen!

Literatur

Dongus, H. (1974): Die Oberflächenformen der Schwäbischen Ostalb.- Abh. z. Karst- u. Höhlenkunde, A11, 114 + III S., 1 Beilage.; München.

Neue Doline bei Lauterburg (Ostalbkreis)

Sonntag, der 26.09.2004: Die Schwäbische Alb ist in graue Wolken gehüllt, aus denen unentwegt Nieselregen zur Erde niederfällt. Trotz dieser trüben Herbststimmung prescht der böhmische Silberpfeil des Autors, bestückt mit einschlägigen Höhlen-Utensilien im Kofferraum, die Bartholomäer Steige hinauf auf die Albhochfläche. Es ist gegen 14 Uhr. Hinter Bartholomä findet das Fahrzeug einen Stellplatz an dem ersten Wanderparkplatz links der Straße nach Lauterburg. Der einsame Höhlenforscher schnürt die Trekkingstiefel, schwingt den Schleifsack mit der Schutzkleidung und der Lampe auf die Schultern und wandert, der Fotokoffer pendelt am rechten Arm, in die neblige Trübe hinein.

Nebel

Zwei Wochen zuvor hatten sich merkwürdige Ereignisse in der verschlafenen Gemeinde abgespielt. Am Abend des 08.09.2004 erschütterte ein Knall die Gegend und am nächsten Tag fanden verdutzte Anwohner ein unheimliches Loch in einem Acker im Gewann „Faißtäcker“ südlich von Lauterburg vor. Wilde Spekulationen machten die Runde. Meteoriteneinschlag? Illegale Sprengung? Einsturz einer Schatzkammer? Immerhin wurde ein Geologe vom Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau zu der Lokalität gelockt, der ernüchternd feststellte, dass es sich bei dem Loch um eine ganz ordinäre Doline handle. Am 18.09.2004 berichtete die „Gmünder Tagespost“ mit einem Artikel und zwei Fotos über das Vorkommnis. Weil der Geologe auf dem einen Foto in Sakko und Hemd posiert, ist er wahrscheinlich nicht selbst in das Loch hinunter geklettert.

Das ist also der Zweck der sonntäglichen Forschungsreise: Der Doline, im wahrsten Sinne des Wortes, aus der Perspektive des Höhlenkundlers auf den Grund zu gehen!

Der asphaltierte Wanderweg führt am Waldrand entlang westwärts auf eine leichte Anhöhe hinauf, die als nördlicher Ausläufer des Bärenberges zu verstehen ist. Nach einigen hundert Metern stößt er auf eine Wegkreuzung bei einem auf der Karte als „Sportplatz“ verzeichneten Spiel- und Grillplatz. Nur noch ein kleines Stück weiter Richtung Westen gerät eine mit rot-weißen Trassierbändern abgeschrankte Stelle rechts des Wanderweges ins Blickfeld des Höhlenforschers. Sofort springt der auf die Erschnüffelung unterirdischer Hohlräume trainierte 7. Sinn des Speläologen an! Ca. 20 Schritte durch den Acker und die Sache ist klar: Da ist es, das geheimnisvolle Loch! Es liegt fast senkrecht (ein kleines Stückchen nach Norden versetzt) unter der Überlandleitung.

Abgeschrankte Doline

Der aufdringliche Freund der subterranen Welt hebt zwei Bretter zur Seite, die über dem Höllenschlund liegen.

Bretter auf der Doline

Das Loch hat einen Durchmesser von etwas weniger als einem Meter, ist nahezu perfekt kreisrund und führt an der tiefsten Stelleknapp drei Meter in den älblerischen Untergrund. Die Wände des Zylinders sind senkrecht, teilweise durch Nachbruch auch schon leicht überhängend. Am Boden, an der tiefsten Stelle, führt ein kurzerSchluf Richtung NNW, der aber sofort endet. Diesen Fortsatz kann man auch auf dem Zeitungsfoto erahnen, also hat seit dem Ortstermin durch die Presse bis heute kein großer Nachsturz von Wandmaterial stattgefunden. Apropos Wand: Gewachsener Fels ist nirgendwo aufgeschlossen. Die Doline liegt vollständig im lehmigen, mit Steinen durchsetzten Bodengrund. Dies schmälert ungemein die Aussicht, hier eine Pforte zur Unterwelt aufzustoßen.

Inzwischen hat sich der GPS-Empfänger mit den Satelliten im Orbit dahingehend geeinigt, dass die Doline bei den UTM-Koordinaten (WGS 84) E 571638, N 5402590 und NN 709 liegt.

Blick in die Doline

Einige Fotos später kann sich der Höhlenforscher wieder auf den Weg nach Hause machen, leider ohne spektakuläre Neuigkeiten im Gepäck!

Nachbemerkung: Nur wenige Wochen später war die Doline wieder vollständig aufgefüllt.

Die Engelsgrotte (Kat.-Nr. 7024/10) bei Gschwend, eine Sandsteinhöhle im Welzheimer Wald (Baden-Württemberg)

1 Lage und Zugang

Die Engelsgrotte liegt nördlich der Straße von Gschwend nach Sulzbach-Laufen, 0,5 km östlich des zur Gemeinde Gschwend gehörenden Weilers Rotenhar im Ostalbkreis. Das Gebiet wird von der Topographischen Karte im Maßstab 1:50.000, Blatt L 7124 Schwäbisch Gmünd, bzw. der Topographischen Karte im Maßstab 1:25.000, Blatt 7024 Gschwend, abgedeckt. Die Gauß-Krüger-Koordinaten lauten R 3558050, H 5422987. Die Höhe über Normalnull beträgt 485 m. Die Koordinaten wurden mit dem Lineal auf der TK abgemessen und sind daher mit gewissen Fehlern behaftet.

In Rotenhar hält man sich in östliche Richtung und benutzt die Straße nach Sulzbach. Wenige hundert Meter, nachdem die Straße in den Wald eingetreten ist, kann man rechts in einer Parkbucht das Fahrzeug abstellen. Man geht ein paar Meter zurück und steigt über die Leitplanke am nördlichen Fahrbahnrand. Drei Klingen ziehen in diesem Bereich den Abhang hinab. In der mittleren befindet sich die Engelsgrotte, und zwar etwa 20 Höhenmeter unterhalb der Straße.

2 Beschreibung der Höhle

Bei der Engelsgrotte handelt es sich um eine der typischen Halbhöhlen im Stubensandstein des Welzheimer Waldes. Dieser Höhlentyp wurde wiederholt in der Literatur beschrieben (Jantschke 1985, Kreuz 1983).

Plan von der Engelsgrotte

Die Engelsgrotte ist im Bereich der Traufkante ca. 20 m weit und bis zu 3,8 m hoch, wobei die Trauflinie einen ganz grob halbkreisförmigen Verlauf aufweist. Das Felsdach der Höhle kragt bis zu 5 m weit über. In den meisten Bereichen der Höhle ist die Raumhöhe so groß, dass ein Mensch aufrecht stehen kann.

Am südöstlichen Ende stürzt, zumindest bei feuchter Witterung, über die Traufkante ein Wasserfall herab, der ein Tosbecken in den lockeren, lehmig-sandigen Grund gegraben hat. Von hier aus nimmt nicht alles Wasser den kürzesten Weg am Grunde der Klinge, sondern ein Teil fließt 12 m weit als kleines Gerinne entlang der südlichen Höhlenwand nach Westen. Dort versickert es in dem lockeren Boden. Dieses Wasser tritt 5 m entfernt am Grund der Klinge wieder aus und vereinigt sich mit dem Wasser, das direkt vom Wasserfall die Klinge hinunter fließt. Am 29.09.2002 war der Wasserfall bis auf ein leichtes Getröpfel versiegt, am 02.11.2002 dagegen lag die Schüttung geschätzt bei einem knappen Liter pro Sekunde.

Der Wasserfall

An zwei Stellen im östlichen und südlichen Teil der Höhle, sind Erdreich und Versturzblöcke aus dem Steilhang oberhalb der Traufkante herabgerutscht und als große Schuttkegel vor dem Eingang liegen geblieben. Die Kegel reichen bis an die Höhlendecke heran. Der südliche Höhlenteil ist dadurch auf ca. 5 m Länge von der Außenwelt abgeschnitten und weist einen nahezu aphotischen Bereich auf. Hier fühlt sich auch der eingefleischte Höhlenforscher wie in einer „richtigen“ Höhle!

Höhlengang

Auffällig sind außerdem mehrere, teilweise kubikmetergroße Versturzblöcke, die sich entlang von Schichtfugen abgelöst haben.

3 Entdeckung und Erforschung

Die Engelsgrotte wurde von Roger Schuster am 29.09.2002 zufällig gefunden, als er sich auf der Suche nach der Höhle „Teufelskanzel“ (Kat.-Nr. 7024/04, siehe Jantschke 1985:34) befand. Nach Rücksprache mit dem Führer des Höhlenkatasters Südwestdeutschland, Thomas Rathgeber, und dem früheren Bearbeiter des Gebiets, Herbert Jantschke, stand fest, dass es sich um eine Neuentdeckung handelte. Am 02.11.2002 vermaßen Daniel Gebauer und Roger Schuster die Engelsgrotte und fertigten eine Serie von Fotos.

In Anspielung auf die weiter oben am gleichen Hang gelegene Teufelskanzel wurde als Name für das neue Objekt ein gegensätzlicher Begriff gesucht und schließlich in „Engelsgrotte“ gefunden. Unter diesem Namen und der Nummer 7024/10 wurde die Höhle in das Höhlenkataster Südwestdeutschland aufgenommen.

4 Geologie

Die Engelsgrotte liegt im Stubensandstein (Mittlerer Keuper). Eine genauere stratigraphische Einordnung ist aufgrund der Aufschlussverhältnisse nicht möglich. Das Gestein wirkt kompakt und weist eine grau-grünliche Farbe auf mit Einschaltungen zahlreicher millimeterdicker rot-brauner Schichten.

Außenansicht Engelsgrotte

Interessant ist die Genese der Höhle, die eine Mischform aus Klingensohlen- und Klingenrandhöhle darstellt (Nomenklatur nach Gebauer 1987). In der Südostecke der Höhle ist ein Wasserfall zeitweilig aktiv, der sich ein Stück weit in das Höhlendach eingekerbt hat. Dies sowie die kesselartige Anlage der Höhle, die sich über die ganze Breite der Klinge ausdehnt und das Bachbett kreuzt, lassen die Engelsgrotte zunächst wie eine typische Klingensohlenhöhle erscheinen. Treibende Kraft der Speläogenese ist in diesem Fall die Erosion und Korrosion im Einflussbereich des Spritzwassers des Wasserfalls.

Auf der anderen Seite fällt die Wirkung des durch die Höhle fließenden Bachs auf, die eine deutliche Breitenentwicklung des Hohlraums verursacht hat. Dies ist das charakteristische Merkmal einer Klingenrandhöhle, die durch die Erosion am Prallhang eines Baches geschaffen wurde.

Setzt man die Portalbreite der Höhle (16 bis 20 m, je nach Messweise) in Relation zur Kragung von 5 m, landet die Engelsgrotte auf jeden Fall unterhalb der Trennline zwischen Nische und Kehle (Gebauer 1987: 28). Dies ist ein deutliches Anzeichen dafür, dass die Erosionsleistung am Prallhang des Bachs jene des Wasserfalls deutlich übertrifft. Von den aktuellen Proportionen her überwiegt also eher die Klingenrandhöhlen-Charakteristik.

Betrachtet man aber die Raumanlage der Höhle im Kontext der Landschaftsmorphologie, ist sofort klar, dass der Wasserfall das auslösende Moment bei der Speläogenese war. Dieser hat erst die Geländestufe geschaffen, an deren Fuß der Bach den größten Teil der Höhle herausnagen konnte. Die Entwicklung der Engelsgrotte begann also als Klingensohlenhöhle, bis die laterale Erosion durch den Bach die Kontrolle übernahm und die Höhle zur Klingenrandhöhle umgestaltet wurde.

Literatur

Gebauer, D. (1987): Sandsteinhöhlen im Kartenblatt 7124 (Schwäbisch Gmünd-Nord).–Der Abseiler, 7, S. 25-35, 12 Abb.; Schwäbisch Gmünd.

Jantschke, H. (1985): Höhlen und Stollen im Sandstein des Welzheimer Waldes. — Beitr. zur Höhlen- u. Karstkunde in SW- Deutschland,. 28, S. 3-64, 28 Abb.; Stuttgart.

Kreuz, R. (1983): Natürliche und künstliche Höhlen und Hohlräume in der Keuperberglandschaft im Raum Schwäbisch Gmünd. — Einhorn-Jahrbuch, 1983, S. 210-223, 8 Abb.; Schwäbisch Gmünd.

Hinweis: Der vorliegende Artikel erschien auch gedruckt in:

Schuster, R. (2004): Die Engelsgrotte (Kat.-Nr. 7024/10) bei Gschwend (Ostalbkreis), eine Sandsteinhöhle im Welzheimer Wald. — Beitr. zur Höhlen- u. Karstkunde in SW- Deutschland,. 44, S. 16-18, 1 Abb., 1 Taf.; Stuttgart.

Ein Trip in den Karst von Barbados

Nachdem ich die letzten Urlaube richtig brav an der Heimatfront verbracht habe, war es dieses Jahr endlich einmal wieder an der Zeit, die große Sause zu machen und mich in irgend einer exotischen und aufregenden Ecke der Welt herum zu drücken. Also wurden kurzerhand ein paar Websites von Reiseveranstaltern aufgerufen und nach interessanten Angeboten für Kurzentschlossene gesucht. Die unmittelbar nächste Amtshandlung war, die in die engere Auswahl einbezogenen Gebiete per Internet-Recherche auf Karst und Höhlen zu überprüfen. Welcher Mensch mit einem Funken Restverstand fährt schließlich in eine Gegend, in der es keine Löcher gibt!

So landete ich am 20. Juni 2003 nach neun Stunden Flugzeit auf der malerischen Karibikinsel Barbados und stürzte mich zwei Tage später ins Höhlenabenteuer.

Barbados ist die östlichste Insel des karibischen Inselbogens, ein nicht einmal 40 km langes und 30 km breites Fitzelchen Land 400 km vor der Küste Venezuelas. Die Nachbarinseln, wie z.B. Martinique, St. Lucia oder Grenada, sind vulkanischen Ursprungs mit schroff aus dem Dschungel aufragenden Vulkankegeln. Barbados dagegen ist relativ flach (der höchste Berg erhebt sich gerade einmal 340 m aus dem Meer) und ausSedimentgesteinen aufgebaut. Das wichtigste Schichtglied ist dabei eine rund 100 m mächtige Folge von Korallenkalk, der fast überall auf der Insel aufgeschlossen ist. Die Insel liegt 13° nördlich des Äquators in der tropischen Klimazone. Was bedeutet das? Eine Landoberfläche, unter der reiner Kalk ansteht in Verbindung mit feuchtwarmen Klima, begünstigt im hohen Maße die Bildung von Karstformationen!

Der Süden und Westen der Insel ist ziemlich flach. Das angrenzende karibische Meer ist recht seicht und ruhig (und, nebenbei bemerkt, wirklich so unverschämt schön türkisfarben wie in den Prospekten der Reisebüros), weshalb sich dort die Touristenhochburgen und die Luxusvillen schwer reicher Ausländer befinden. Dieser Teil der Insel wird außerdem intensiv landwirtschaftlich genutzt; Zuckerrohr- und Bananenplantagen prägen das Bild. Der wilde, bergige Norden und Osten von Barbados dürfte eher dem Gemüt des mitteleuropäischen Durchschnittshöfos entgegen kommen. Gegen diesen Teil der Insel branden die ungestümen Wogen des Atlantik, weshalb hier fast überall Schwimmen verboten ist. Hier beherrschen unzählige Hügel und kleinere Berge die Landschaft, durch die sich halsbrecherisch schmale und kurvenreiche Sträßchen winden. Es gibt dort dichte Wälder von Mahagonibäumen. Bemerkenswert ist in diesem Bereich Hackleton’s Cliff, ein mehrere Kilometer langer Steilabbruch mit teilweise über 100 m hohen Felswänden, die zum Meer hin abfallen. Man kann an einigen Stellen gut die geologischen Falten des Gesteins erkennen.

Die Höhlen scheinen sich natürlich im bergigen Nordosten bzw. in der Inselmitte zu konzentrieren, obwohl es auch Hinweise auf Höhlen in den flacheren Landesteilen gibt.

Harrison’s Cave

Harrison’s Cave ist die bekannteste und wohl auch größte Höhle auf Barbados. Sie ist alsSchauhöhle erschlossen und zahlreiche örtliche Touristenbüros bieten Touren zu ihr an. Die Höhle liegt in der bergigen Inselmitte im Bezirk St. Thomas. In einem Besuchergebäude gibt eine Multimedia-Show Auskunft über die Entstehung und die Erforschung der Höhle. Der Höhleneingang ist als kleiner Park mit knorrigen Feigenbäumen gestaltet, von denen Luftwurzeln wie lange Bärte herabhängen.

Wahrscheinlich hat schon die indianische Urbevölkerung die Eingangsregion der Höhle besucht und dem weißen Mann ist sie seit dem 18. Jahrhundert bekannt. Die Harrison’s Cave ist nach dem Besitzer des Grundstücks benannt, auf dem sie sich befindet. Ab 1970 hat der dänische Höhlenforscher (ich weiß, das klingt wie ein Oxymoron) Ole Sorensen die Erkundung vorangetrieben. Seit 1981 ist die Höhle für den Publikumsverkehr eröffnet. Die Höhle ist insgesamt 3 Meilen lang, wovon rund ein Drittel zur Schauhöhle ausgebaut ist. Die Lufttemperatur liegt konstant bei 26° C, die Wassertemperatur ist ähnlich hoch. Ich frage mich ernsthaft, warum angesichts solcher Forschungsmöglichkeiten manche Höfos so versessen auf alpine Höhlen sind, in denen es arschkalt ist und es nicht den kleinsten Tropfstein zu sehen gibt!

Die Befahrung der Höhle ist in diesem Fall sogar eine „Befahrung“ im wahren Sinne des Wortes! Eine elektrische „Zugmaschine“ zieht mehrere Anhänger, in denen die Reisenden auf Bänken Platz nehmen. Da vier oder fünf Personen nebeneinander sitzen können, ist das Fahrzeug entsprechend breit – und die Höhle auch!

Anfangs führt die Fahrt durch einen geräumigen Stollen, der alsbald natürliche Hohlräume erreicht. Die Karsthohlräume wurden jedoch stellenweise ebenfalls brachial erweitert, um Platz für den „Zug“ zu schaffen. Die Gangsohlen sind natürlich auf ihrer gesamten Breite ausbetoniert, damit der Zug fahren kann. Bei dem Gedanken alleine kräuselt es demHöhlenschützer die Zehennägel… Die Höhle verzweigt sich nach dem Eingangstunnel in zwei Äste, die beide besucht werden. Da es keinen Rundgang gibt, werden beide Höhlenteile zweimal durchquert.

Die Höhle ist aber sehr wohl sehenswert. Die Raumhöhen erreichen stellenweise problemlos über 20 m und überall wimmelt es von Tropfsteinen. Manche gelblich, andere schneeweiß. Es gibt märchenhaft schöne Sinterbecken, durch die kristallklares, grünlich schimmerndes Wasser plätschert. Die elektrische Beleuchtung ist sehr gut gemacht und unterstreicht den Charakter der Höhle.

In einer Halle befindet sich ein geheimnisvoll grün schimmernder See, über den die Forscher vom natürlichen Eingang her vordrangen. Am Ufer liegt noch eines der alten Boote.

Es gibt am Ende des Schauteils eine andere Halle, wo ein 14 m hoher Wasserfall in einen tiefgrünen See stürzt.

Nicht nur von der Fortbewegungsweise her, sondern auch von den Raumformen, erinnert Harrison’s Cave ein wenig an die Postojnska Jama (Slowenien), obwohl letztere noch üppigeren Tropfsteinschmuck aufweist. Eine hohe Halle mit einem „Tropfsteinberg“ ähnelt dem „Kalvarienberg“ in der Postojnska.

Leider findet fast die gesamte Tour im Wagen statt, was es erheblich erschwert, während der Fahrt gut zu fotografieren. Fotografieren ist übrigens ausdrücklich erlaubt, während Videoaufnahmen explizit verboten sind. Natürlich ist das eingebaute Miniblitzlicht meiner Kamera zudem hoffnungslos mit den Dimensionen der Räume überfordert. Nur in zwei Hallen darf man kurz aussteigen und ein paar Minuten umhergehen.

Die Führung dauert ca. 45 Minuten. Trotz der angeschnittenen kleinen Schwachpunkte lohnt sich ein Besuch der Höhle auf jeden Fall.

Leider ist Harrison’s Cave die einzige Höhle, die ich selbst besuchen konnte. Nachfolgend noch ein paar Infos über weitere Höhlen und Karsterscheinungen, die ich anhand von Literaturangaben ausfindig gemacht habe.

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Harrison’s Cave

Harrison’s Cave

Harrison’s Cave

Harrison’s Cave

Harrison’s Cave

Harrison’s Cave

Cole’s Cave

Laut Seeliger-Mander (1997: 204) liegt diese Höhle in der Nähe der Harrison’s Cave und ist nicht erschlossen. Angeblich kann man einen einheimischen Führer anheuern, der einem die Höhle zeigt, doch leider wird nicht gesagt, wo man diesen Führer findet. Reil (2000)beschreibt auf seiner Webseite einen um ein Haar tödlich verlaufenen Tauchgang in einer Höhle, die zum Höhlensystem von Cole’s Cave gehört. Diesem Bericht nach, war das dänische Team von der Harrison’s auch hier aktiv. Weitere Informationen, vor allem zur Lage und Gestalt des Höhlensystems, waren auch im Internet nicht aufzutreiben.

In einem Artikel in der New York Times (Marcus (1994)) habe ich inzwischen ein paar Kontaktinformationen gefunden, die jedoch möglicherweise veraltet sind.

Animal Flower Cave

Die Animal Flower Cave ist wahrscheinlich noch berühmter als Harrison’s Cave. Sie liegt am North Point, dem Kap im äußersten Norden von Barbados im Bezirk St. Lucy. Es handelt sich um eine Brandungshöhle in der Steilküste, die von oben über eine in den Fels gehauene Treppe zugänglich ist. Für den Besuch der Höhle wird ein Eintrittsgeld fällig. Man hat aus dem Innern einen schönen Ausblick aufs Meer. In der Höhle gibt es mehrere Tümpel mit Meerwasser, in denen Seeanemonen leben. Diese Lebewesen nannte man früher auf Englisch „Animal Flowers“, die so zum Namenspatron der Höhle wurden.

Wie groß die Höhle ist, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Es soll in den Klippen noch weitere Brandungshöhlen geben, die bei Ebbe mit Booten vom Meer her zugänglich sind. Laut Duckeck (2003) wurden die Sedimente in der Höhle von deutschen Wissenschaftlern untersucht und Rückschlüsse auf die Entstehung der Animal Flower Cave gezogen.

Auf den Webseiten von Mendes (2000) und Raphael (1998) gibt es ein paar hübsche Fotos zu sehen.

Welchman Hall Gully

Der Welchman Hall Gully liegt ebenfalls in der Mitte der Insel im Bezirk St. Thomas, etwas nördlich von der Harrison’s Cave. Es handelt sich um ein felsiges Tal mit üppiger tropischer Vegetation, in dem sich auch zahlreiche Höhleneingänge befinden. Offenbar ist der Welchman Hall Gully ein Trockental, das durch Verkarstung entstanden ist.

Auf einer meiner dürftigen Touristen- Karten ist in der Nähe noch ein „Jack In The Box Gully“ eingezeichnet. Ich habe keine Ahnung, was das ist und ob es sich auch um ein Karstphänomen handelt.

Weitere Hinweise auf Höhlen

Auf der Fahrt von dem Dorf Rock Hall zur Harrison’s Cave bewegt man sich durch eine wildromantische, intensiv verkarstete Landschaft. In den Felsen am Straßenrand gähnen überall dunkle Löcher und man kann regelrecht vom fahrenden Auto aus auf „Höhlenjagd“ gehen. Vor vielen Eingängen wachsen Palmen und Feigenbäume mit ihren ewig langen Luftwurzeln, was der Sache einen charmanten Dschungel- Touch verleiht. Dort hat es mich regelrecht gekribbelt, einen auf Indiana Jones zu machen und die ganzen Löcher im Dschungel der Reihe nach abzugrasen!

Auf der Karte sind mehrere Stellen eingezeichnet, die die Bezeichnung „Cave Hill“ tragen. Ob das Orts- oder Gebietsnamen sind, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen, doch scheint es sich um deutliche Hinweise darauf zu handeln, dass da Hügel mit Höhlen sind. Einer dieser Plätze befindet sich im ersten Drittel der Strecke von der Inselhauptstadt Bridgetown nach Holetown, ein anderer an der Nordostküste nahe dem Aussichtspunkt Pico Teneriffe. An der Südostküste ist eine „Salt Cave“ in der Karte vermerkt, weiter im Norden (nördlich des heute als Hotel dienenden Piratenschlosses Sam Lord’s Castle) gibt es eine „Cave Bay“.

Da Barbados ein beliebtes Ziel für Reisende aus Großbritannien, aber auch aus den USA darstellt, also aus zwei Ländern, in denen Höhlenforschung Popularität genießt, kann man davon ausgehen, dass die Höhlen hier gut erforscht wurden. Die geringe Größe der Insel und die recht gute Infrastruktur erleichtern das natürlich noch.

Übrigens: Auf dem Heimflug gab es eine Zwischenlandung in der Dominikanischen Republik und dabei habe ich aus der Luft einen kurzen Blick auf einen Cañon im Dschungel erhascht. In diese Schlucht stürzt ein Wasserfall hinab und sie ist in ein eindeutig geschichtetes Gestein eingeschnitten – wenn das kein Indiz für einen künftigen Höfo- Urlaub ist… Wer geht mit?

Quellen

A.A. (o.J.): Harrison’s Cave, Barbados.- http://www.barbados.org/hcave.htm [Webseite über Harrison’s Cave].

A.A. (o.J.): HarrisonsCave.com.- http://harrisonscave.com/ [Offizielle Webseite der Harrison’s Cave].

Barbados Tourism Authority (2003): Karten.- http://www.barbados-karibik.de [anklickbare Landkarten].

Duckeck, J. (2003): Barbados.- http://www.showcaves.com/english/car/region/bb.html [Schauhöhlen in Barbados].

Marcus, F. F. (1994): Winter in the sun; the greening of the Caribbean.- Reisebericht in der New York Times [U.A. Kontaktinformationen für Cole’s Cave].

Mendes, S. E. (2000): Animal Flower Cave.- http://www.smendes.com/afc.htm [Fotos von der Animal Flower Cave].

Pinck, A. (1999): Barbados, St. Lucia, St. Vincent, Grenada.- DuMont- Reise- Taschenbücher; Bd. 2174, 237 S.; Köln (DuMont).

Raphael, A. (1998): Animal- Flower Cave.-http://www.vu.union.edu/~raphaela/barbados/fc.html [Webseite existiert nicht mehr].

Reil, R. (2000): Unlucky Dive #7.- http://ronreil.abana.org/dive.shtml [Tauchgang in Cole’s Cave].

Seeliger-Mander, E. (1997): Barbados, Insel unter dem Wind.- 264 S.; Bielefeld (Reise Know-How).

Grottes de Matata

Im Südwesten Frankreichs mündet die Gironde in einer breiten Mündungsbucht in den Atlantik. Kurz vor der Mündung, bei dem Örtchen Meschers, 13 Kilometer südöstlich von Royan, sind in der Kreideküste am rechten Ufer die Grottes de Matata zu finden. Es handelt sich dabei um vom Meer ausgespülte Höhlungen, die von Menschenhand später nachbearbeitet wurden. Da sie sich seit ihrer Entstehung im Zusammenhang mit der Auffaltung der Pyrenäen einige Meter gehoben haben, liegen sie heute in komfortabler Höhe über der breiten Flußmündung.

Mit der Ausrichtung nach Südwesten, der Trockenheit innerhalb der Höhlen und der unzugänglichen Lage dienten sie schon früh Menschen als Unterschlupf. Belegt sind die Besiedlung durch Araber um 730 unserer Zeitrechnung, die Verwendung als Zuflucht vor Wikingerangriffen um 844 und die Nutzung als Kultstätten durch die Protestanten, als deren Glaubensbekenntnis im katholischen Frankreich verboten war.

Heute besteht die Möglichkeit, in den Grotten zu übernachten, beziehungsweise eine 40-minütige Führung mitzumachen. Der Rundgang erschöpft sich hauptsächlich in kulturhistorischen Details, speläologische Neigungen werden nur am Rande befriedigt. Nicht uninteressant ist das ebenfalls in den Grotten untergebrachte Umweltmuseum der Flußmündung der Gironde. So war mir beispielsweise neu, dass in der Mündung der Gironde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eifrig nach Stör gefischt wurde, aus dem man Kaviar gewinnt. Leider fischte man wohl etwas zu eifrig, und auch die industrielle Entwicklung in Städten wie Bordeaux, das etwas weiter flussaufwärts liegt, trug mit den dadurch in den Fluss geleiteten Abwässern dazu bei, dass die Störe kurz vor dem Aussterben standen. Heute erholt sich die Population gerade wieder etwas, und man ist guter Hoffnung, dass sich die Störe hier bald wieder ungestört vermehren können.

Wen´s interessiert: Die Grottes de Matata sind von Februar bis November geöffnet, das Grottenhotel ist unter der Telefonnummer 0033 (0) 546 02 70 02 zu erreichen.

Ein Trip in die Türkei, ober- und untertage

Seitdem ich als junger Höfo vor knapp 15 Jahren zum ersten mal G. E. Schmitts Buch „Ich war in der Unterwelt“ in den Händen gehalten und die phantastischen Fotos aus türkischen Höhlen gesehen habe, faszinierte mich die Vorstellung, einmal in das Land am Bosporus zu reisen und selbst zu schauen, was es mit dem dortigen Untergrund auf sich hat.

Zwischen Weihnachten und Silvester 2000 habe ich mir erlaubt, dem grauslichen deutschen Schmuddelwetter zu entfliehen und mir eine Woche Urlaub in der Türkei gegönnt. Mir war das Vergnügen zuteil, in Gesellschaft einer fabelhaften, jedoch nicht hypogäischen Interessen zugeneigten jungen Dame zu reisen, so dass Helm und Karbidlicht im heimischen Materialschrank weiter träumen durften. Trotzdem bin ich dem Vorsatz treu geblieben, meine Nase wenigstens in ein paar harmlose unterirdische Hohlräume zu stecken. Obwohl eine Woche natürlich bei weitem nicht ausreichte, auch nur alle wichtigsten Sehenswürdigkeiten dieses interessanten und abwechslungsreichen Landes zu besichtigen, konnte ich doch einige erste Eindrücke über Höhlen und Karst der Türkei gewinnen.

An zwei Tagen haben wir an einem so richtig dekadenten Touristen- Ausflug mit dem Bus ins Gebirge teilgenommen und an einem anderen Tag haben wir uns für eine eigene Erkundungstour einen Mietwagen besorgt. Die übrige Zeit verbrachten wir u.a. mit Streifzügen zu Fuß in der Umgebung des Hotels. Ausgangspunkt aller Touren war ein Dorf an der Küste ca. 60 km westlich von Antalya.

In der Türkei unterwegs zu sein, macht viel Spaß und wer Italien ohne Nervenzusammenbruch übersteht, ist auch reif für den türkischen Fahrstil. Mit zwei Problemen muss sich der Reisende in der Türkei jedoch auseinander setzen. Als eine Schwierigkeit stellte sich die recht mangelnde Genauigkeit der uns zur Verfügung stehenden Karte heraus, auf der kleinere Straßen und sogar Dörfer einfach fehlen. Damit waren diverse Irrfahrten automatisch vorprogrammiert, als wir uns ein wenig aus dem Touristengebiet ins Inland wagten. Es soll allerdings auch bessere Karten geben, die auf Luftbildaufnahmen beruhen, die jedoch nicht ganz einfach aufzutreiben sind. Bei der kleinen Irrfahrt wurden wir mit dem anderen Problem konfrontiert, das darin besteht, dass die Türken zwar generell überaus hilfsbereit und gastfreundlich sind, man aber außerhalb der größeren Städte kaum Leute trifft, die eine Fremdsprache beherrschen. Somit müsste eine Höhlenexpedition in die karstkundlich weniger erforschten Gebiete des Landes darauf bedacht sein, mindestens einen Teilnehmer mit wenigstens grundlegenden Kenntnissen der türkischen Sprache dabei zu haben.

Die Türkei ist ein überaus gebirgiges Land. Das Taurusgebirge reicht im Süden bis an die Mittelmeerküste heran und nur wenige Kilometer im Landesinnern befindet sich der Reisende bereits auf einer Höhe von über 1000 m ü. NN. Der höchste Punkt des Landes ist der Büyük Ağrı Dağı, besser bekannt als Ararat im Länderdreieck Türkei – Armenien – Iran. Er ist 5165 m hoch. Wenn ich jetzt noch erwähne, dass über 30 % der Landfläche mit Karbonatgesteinen bedeckt sind, dürfte es jedermann klar werden, dass in der Türkei mit imposanten Karsterscheinungen zu rechnen ist.

Höhlenforschung wird in der Türkei erst seit einigen Jahrzehnten in einem größeren Maßstab betrieben. Ab den 1950er Jahren waren es hauptsächlich Expeditionen aus Frankreich, Großbritannien und der Tschechoslowakei, die den türkischen Karst von seiner Unter- bzw. Innenseite studiert haben. Seit einer Reihe von Jahren haben sich, vor allem in den Universitätsstädten, aber auch schlagkräftige türkische Höhlenvereine formiert. Sie haben Ergebnisse erzielt, die sich sehen lassen können, z.B. die Erforschung einer mehr als 1400 m tiefen Schachthöhle. In dieser Höhle wurden übrigens vor kurzem (im August 2001) mehrere Höfos vom Hochwasser eingeschlossen.

In manchen Regionen kann man Höhlenforschung schon fast vom fahrenden Auto aus betreiben. Zum Beispiel an der Straße von Antalya nach Isparta, die sich ins Taurusgebirge hoch schlängelt, kann man vom Fahrzeug aus Dutzende dunkel gähnende Löcher in den Felswänden erspähen. An dieser Strecke liegt irgendwo rechterhand auch ein aktiver Steinbruch, in dessen oberem Wandteil offenbar eine Höhle relativ frisch angeschossen worden ist und man kann die Reste von Sinter im Eingang erkennen.

Im Folgenden will ich einige (mutmaßliche) Karsterscheinungen beschreiben, die wir auf unserer Reise mehr oder weniger gründlich in Augenschein genommen haben.

Der Acıgöl-See

Der Acıgöl-See liegt südlich der Straße von Isparta nach Denizli, ca. 140 km NW des bekannten Touristenortes Antalya. Der See befindet sich auf einem Hochplateau, das von mehr als 2000 m hohen Bergen umrahmt wird.

In dem grauen Winterwetter zum Zeitpunkt unseres Besuches hatte der See eine eigenartige, fast schon mystische Ausstrahlung. Seine silbergraue Wasseroberfläche, in der sich die schweren Schneewolken spiegelten, bildete einen merkwürdigen Kontrast zu dem braunen, dürren Gras- und Strauchwerk in seiner Umgebung und den schneebedeckten Bergen im Hintergrund.

Der See ist ziemlich flach und das Wasser ist salzhaltig. Im Sommer trocknet er zu einem großen Teil ein und am Seegrund kristallisieren die verschiedenen Mineralien aus. Laut Aussage unseres Reiseführers fahren die Türken dann mit Baggern in den ausgetrockneten See und bauen die Evaporite ab, die in einer Fabrik in der Nähe zu Waschmittel verarbeitet werden. Ich habe nur eine Literaturstelle [1] gefunden, laut der das Wasser einen großen Gehalt an Calcium- und Magnesiumhydrogencarbonat aufweist bei einem hohen Chlorid / Sulfat-Verhältnis. Das sind Substanzen, die man normalerweise nicht an seiner Wäsche haben möchte, sondern die eher in der Glas- und Lederwarenindustrie Verwendung finden. Möglicherweise lag unser Reiseführer mit seiner Information einfach falsch.

Informationen über die Herkunft des Sees und seiner Mineralsalze habe ich nicht gefunden und somit bin ich mir nicht sicher, ob ein Zusammenhang mit Karst besteht. Das Vorhandensein von Hydrogencarbonaten der Erdalkalimetalle Calcium und Magnesium ist in Karstwässern jedenfalls nicht ungewöhnlich, obwohl natürlich auch andere Ursachen denkbar sind, wie z.B. hydrothermale Prozesse.

Die Sinterterrassen von Pamukkale

Die Sinterterrassen von Pamukkale sind wahrscheinlich das touristisch bestbekannte Naturwunder der Türkei und natürlich konnten auch wir es unmöglich auslassen, dieses Phänomen Auge in Auge zu bestaunen. Dabei handelt es sich nicht einmal um eine Karsterscheinung im strengen Sinne, obwohl es kaum ein einführendes Buch über Höhlen und Karst gibt, in dem Pamukkale nicht Erwähnung findet…

 

Pamukkale im Winter. Als Größenvergleich siehe die Personen am linken Bildrand!

Die Sinterterrassen von Pamukkale befinden sich am Rand des gleichnamigen Dorfes, knapp 30 km von Denizli entfernt bzw. 180 km NW von Antalya. Die Sinterterrassen erstrecken sich über eine Länge von ungefähr drei Kilometern und über einen Höhenunterschied von 50 bis 60 m über einen das Umland dominierenden Berghang, der von unten fast aussieht wie eine weiße Wand. Die einzelnen Sinterbecken sind grob geschätzt zwischen 3 und 10 m breit.

Die chemischen Prozesse bei der Bildung dieser Sinterterrassen unterscheiden sich nicht wesentlich von der Genese von Sinterbecken in Höhlen. Das mit Calciumhydrogencarbonat gesättigte Wasser gibt Kohlendioxid an die Atmosphäre ab, das chemische Gleichgewicht verschiebt sich und Calciumcarbonat kristallisiert aus. Das Calciumcarbonat kristallisiert aufgrund der höheren Wassertemperatur allerdings nicht in Form des Minerals Calcit aus, welches die Tropfsteine in mitteleuropäischen Höhlen aufbaut, sondern als Aragonit. Aragonit und Calcit besitzen die gleiche chemische Summenformel, jedoch unterschiedliche Kristallstrukturen.

Der Unterschied zwischen Sinter in Höhlen und den Terrassen von Pamukkale besteht darin, dass in Höhlen nur der unterschiedliche Kohlendioxid-Partialdruck im Wasser und in der Höhlenatmosphäre für die Verschiebung des chemischen Gleichgewichts verantwortlich ist. Das Wasser von Pamukkale hingegen entspringt einer heißen Quelle. Gase sind in warmen Wasser schlechter löslich als in kaltem, daher scheidet sich das Aragonit rasch ab, sobald das heiße Wasser den Berg verlässt und es nicht mehr dem Druck des Deckgebirges unterliegt.

Das Wasser der heißen Quelle wird übrigens durch ein raffiniertes Kanalsystem auf die Sinterterrassen verteilt. Bereiche, die längere Zeit trocken liegen, verlieren bald ihre schneeweiße Farbe und färben sich unansehnlich braun. Sobald sie jedoch wieder einige Zeit „bewässert“ werden, werden die schmutzigen Schichten wieder mit frischem, weißen Sinter überzogen.

Die Thermalquellen und die Lage auf einem Berg, der eine weit reichende Aussicht über die vorgelagerte Ebene gewährt, ließen den Ort schon früh in den Blickpunkt menschlicher Interessen rücken. Die alten Griechen gründeten gleich bei den Sinterterrassen die Stadt Hierapolis, die später von den Römern weiter genutzt wurde. Die heutige Zufahrtstraße führt quer durch die Nekropole der antiken Stadt und links und rechts der Straße liegen zu tausenden die weißen Marmorsarkophage der hier bestatteten Einwohner. Ein Stückchen weiter oben am Berg befindet sich das ehemalige Theater der alten Stadt, das von Archäologen gut restauriert wurde. Es gibt außerdem ein archäologisches Museum, dessen Besuch sich lohnt.

Im 20. Jahrhundert entstanden direkt bei den Quellen Hotels, die die Gegend verschandelten und den Sinterterrassen das warme Wasser abgruben. Diese wurden inzwischen von der türkischen Regierung aufgekauft und abgerissen und das Gebiet unter Naturschutz gestellt. Nur ein Drittel ist für Touristen und Badegäste zugänglich. Ranger achten darauf, dass auch die zugänglichen Teile nur barfuß betreten werden, damit der weiche Sinter nicht zertrampelt wird. Dank des Thermalwassers ist das Plantschen sogar im Winter gemütlich, nur das Verlassen des Wassers hinterher nicht…

In den meisten Prospekten und Reiseführern sieht man unter dem Stichwort „Pamukkale“ die Sinterbecken mit fröhlichen, badenden Menschen unter strahlend blauem Himmel. Das Winterwetter eröffnete uns auch hier eine interessante und abweichende Perspektive. Das Land lag unter einer dünnen Schneedecke, die auch die trockenen Sinterbecken ausfüllte und alles in ein helles Weiß hüllte. Über den mit heißem Wasser gefüllten Becken standen durch den Temperaturkontrast enorme Dampf- und Nebelwolken, obwohl das Wasser nicht einmal sehr heiß ist. Der Boden schien regelrecht zu brennen.

Düden Şelalesi (Düden-Wasserfall)

Dieser reizvolle Ort liegt etwa 10 km landeinwärts und NE von Antalya und ist über ein schmales Rumpelsträßchen zu erreichen. Der Fluss Düden stürzt hier als Wasserfall in die Tiefe und hat große Kalktufflager gebildet, in denen sich eine richtige Tuffhöhle befindet.

Der Düden-Wasserfall ist ca. 15 m hoch und 20 m breit.

Man entrichtet ein geringes Eintrittgeld und besucht einen hübschen Park mit botanischem Garten, Wasserspielen und Bänken und Tischen, die bei schönerem Wetter zum Picknick einladen. Das Wasser des Düden-Flusses rauscht herrlich eisblau durch einen Taleinschnitt, in den man über Treppen hinabsteigen kann, um am Ufer entlang zu schlendern. Der Fluss erhält aus einigen kleineren Quellen zusätzliches Wasser. Auch diese kleinen Quellen, die von den Hängen des Tals herab plätschern, haben kräftig Kalktuff abgelagert. Ein solcher Mini-Wasserfall hat Tuffgebilde in der Form von Pseudo-Stalagmiten und -Stalaktiten gebildet, was das Herz des Speläologen natürlich höher schlagen läßt.

Ein kleiner Nebenfluss des Düden hat Pseudo-Stalaktiten und -Stalagmiten aus Kalktuff gebildet.

Der Höhepunkt ist natürlich der große Wasserfall, der schätzungsweise 15 m hoch und 20 bis 25 m breit ist. Der Clou an der Sache ist der, dass der Spazierweg hinter den Wasserfall in eine Tuffhöhle führt. Es handelt sich im wesentlichen um Felsdächer, die dadurch entstanden sind, dass sich die Kalktuffpolster horizontal immer weiter vorgebaut haben, so dass das Wasser nun in einigem Abstand von der Felswand herabstürzt. Die Höhle besteht aus mehreren Kammern, die durch kurze Gänge verbunden sind. Einige dieser Durchgänge wurden aber offensichtlich künstlich durchgebrochen. Man kann aus einigen Gangfenstern von hinten auf den Waserfall schauen, was sehr reizvoll aussieht. Ich habe mir sagen lassen, dass man im Sommer auch in der angenehmen Kühle der Höhle übernachten kann. Dürfte nur etwas laut sein… Man verlässt die Höhle durch eine eiserne Wendeltreppe, die in den oberen Bereich des Parks zurück führt. Die Gesamtlänge der Höhle dürfte ungefähr bei 40 m liegen.

In den Düden-Tuffhöhle. Durch ein Gangfenster schaut man von hinten auf den Wasserfall.

Quellen: [2]

Weitere Objekte

In der Umgegend von Antalya gibt es weitere karstkundlich interessante Objekte, die wir jedoch nicht mehr anschauen konnten, da uns die hierfür nötige Zeit fehlte. Die folgenden Informationen habe ich der Literatur entnommen.

Kurşunlu Şelalesi (Kurşunlu-Wasserfall)

Dieser Wasserfall liegt ca. 40 km NE von Antalya, nördlich der sehenswerten Ruinenstadt Perge. Er dürfte in den Dimensionen mit dem Wasserfall von Düden vergleichbar sein und auch er soll große Kalktufflager gebildet haben, in denen sich Hohlräume befinden.

Quellen: [2]

Karain Mağarası (Schwarze Höhle)

Diese Höhle ist eine echte Karsthöhle, die touristisch erschlossen wurde. Sie liegt ca. 30 km NW von Antalya. Die Höhle ist schon seit langer Zeit bekannt und war schon in prähistorischer Zeit besiedelt, wie die seit den 1940er Jahren durchgeführten Ausgrabungen gezeigt haben. Allein die Sedimentschichten aus dem mittleren Paläolithikum waren 11 m mächtig. Es wurden Knochen und Werkzeuge aus der Epoche des Neandertalers gefunden, die die ältesten menschlichen Fossilien darstellen, die bislang in der Türkei entdeckt worden sind. Es wurden außerdem die Überreste von Höhlenbären und Höhlenlöwen aus dem Pleistozän gefunden. Teile der Funde sind in dem Museum vor Ort ausgestellt, andere in der prähistorischen Abteilung des Museums in Antalya.

Über die Räumlichkeiten der Höhle sowie die Öffnungszeiten habe ich leider keine Informationen gefunden. Nach [3] besteht die Höhle aus sieben Kammern. Die verschiedenen Quellen belegen aber, dass die Höhle Sinterschmuck aufweist.

Quellen: [2], [3]

Damlataş Mağarası (Damlataş-Höhle)

Diese Höhle liegt etwas abseits der anderen hier geschilderten Objekte, in der Nähe von Alanya, einem anderen populären Touristenort an der türkischen Riviera. Auch sie ist touristisch ausgebaut und weist Tropfsteinschmuck auf. Entdeckt wurde die Höhle zufällig im Jahr 1948 und es wurde festgestellt, dass die feuchte, staubarme und leicht radioaktive Höhlenluft erfolgreich zur Linderung von Asthma genutzt werden kann. Die Höhle besteht aus zwei Räumen [2].

Zusammenfassend kann man sagen, dass mir der Trip sehr gut gefallen hat und dass es viel zu sehen und zu entdecken gibt. Wer sich motiviert fühlt, der Türkei ober- und untertage einen Besuch abzustatten, sollte dies unbedingt tun. Es lohnt sich.

Literatur

  1. Hydrochemical Results of the Lakes Burdur and Acygöl, Western Anatolia, Turkey.- Quelle im Internet: http://www.the-conference.com/JConfAbs/4/814.html
  2. Gillett, A. (1998): Süd-Türkei, Antalya und die ganze Umgebung.- 104 S., zahlr. farb. Abb.; Istanbul (Keskin Color).
  3. Karain Cave Excavations.- Quelle im Internet:http://www.geocities.com/levent_atici/karain_cave.html