Schwäbische Alb

Abstieg ins Vesperstüble

Aufs Auge

Um zehn Uhr kommen Bernd und ich auf einem Wanderparkplatz bei Weißenstein zusammen und nach einem kurzen, sozial distanzierten Schnack teilen wir die Ausrüstung auf und walzen schnaubend und in vollendeter Anmut wie zwei Sumatra-Nashörner den Hang hinauf zum Eingang des Vesperstüble. Nein, das ist keine zünftige Bauernkneipe, sondern der Name einer durchaus netten, kleinen Höhle. Deren Neuvermessung ist unser heutiges Ziel. Zuerst entfernen wir den lebensgefährlichen, vergammelten Strick, der dort schon seit Jahren im Schacht hängt und lassen dann unsere eigene Drahtseilleiter hinunter. Flugs geht es hinab in die hadnische Tiefe.

Die Höhlen des Herrn Pliksburg

Am Nachmittag fahren die beste Ehefrau von allen und ich auf den Rosenstein, um uns ein bisschen virenfreie Luft zu verschaffen und dabei einen kleinen Beitrag zur Höhlenkunde zu leisten. In der Nähe der Waldschenke schlagen wir uns ins Gebüsch und nach einer kurzen Suche finden wir den mittlerweile ziemlich verwilderten Abstieg zur Oberen Pliksburggrotte.

Kolkhöhle

Die Saison ist eröffnet

Der April hat angefangen und somit ist es guten Gewissens möglich, die Höhlensaison 2020 zu eröffnen. Leider wird sie noch auf Wochen, wahrscheinlich Monate hinaus, auf Sparflamme köcheln, bis wir wieder als Gruppe zusammen kommen dürfen und unsere Forschungsaktionen vorantreiben können. Trotzdem, im Rahmen unserer Möglichkeiten soll es jetzt losgehen und so steuern meine treue Gattin und ich den Rosenstein an, um dort Höhlen(eingänge) zu fotografieren, Koordinaten zu ermitteln und die teilweise aus meiner Anfängerzeit stammenden Höhlenpläne einem „Realitätscheck“ zu unterziehen.

Naturbrückenhöhle

Höhlenforschung in ungewöhnlichen Zeiten

Was macht man als Höhlenforscher, wenn die Schutzzeit für Fledermäuse noch nicht ganz vorbei ist und man aufgrund des akuten Maisbiervirus‘ auch nicht mit seinen Höhlenfreunden zusammen kommen darf? Man kann den Vorschlag von Katasterführer Ritschi aufgreifen und Spaziergänge zu den Höhlen machen, die Eingänge fotografieren und ihre Koordinaten aufnehmen! Genau das führt meine bessere Hälfte und mich an diesem sonnigen Vormittag auf den wunderbaren Scheuelberg.

Wäschbachtal veröffentlicht

Vor wenigen Tagen hat eine neue Veröffentlichung von uns in einer Druckerpresse das Licht der Welt erblickt:

SCHUSTER, R. (2020): Die Höhlen im Wäschbachtal bei Heubach, Schwäbische Alb (TK 7225 Heubach).- Beiträge zur Höhlen- und Karstkunde in Südwestdeutschland 56: 41-45; Stuttgart.

Siehe auch die Webseite der Arge Höhle & Karst Stuttgart.

Satz mit X!

Am Galgenberg zu Degenfeld sind im Höhlenkataster zwei kleine Höhlen registriert, über die außer den Namen und Koordinaten praktisch nichts bekannt ist. In den vergangenen 20 Jahren haben wir die beiden Löcher bestimmt schon viermal gesucht, ohne sie zu finden. Im August habe ich mich mit dem Entdecker der Höhlen unterhalten, der sich zwar nach beinahe 40 Jahren auch nicht mehr an Details erinnern konnte, aber doch ein paar Hinweise zu geben in der Lage war. So handelt es sich bei den Hohlräumen um Abrissklüfte, also durch Massenbewegungen entstandene Spaltenhöhlen (vergleichbar zu der am Rosenstein). Beide seien horizontal und lägen in dem Bereich des großen Bergsturzes oberhalb von Degenfeld bzw. Nenningen. Beide würden ein Stück vom Fuß der Felswand entfernt sein. Pläne, Fotos oder andere Aufzeichnungen liegen nicht vor. Die Höhlen wurden bei Suchtouren nach Feierabend im Alleingang entdeckt.

Dreieingangshöhle die Dritte

Am Sonntag Abend gegen 18 Uhr schlurfen Irene und ich bei leichtem Regen zur Dreieingangshöhle, um dort noch eine Kleinigkeit zu vermessen. In dem hinter dem Haupteingang nach links abzweigenden Gang hatten wir im vergangenen Jahr unsere Aufmerksamkeit überwiegend auf die hohe Spalte gerichtet, durch die man sich hauteng in die abschließende Lehmhalle pressen kann. Links neben der Spalte führt ein kurzer, blind endender Schluf weiter, den wir nicht vermessen haben. Diese Lücke zu schließen, ist ein Zweck des abendlichen Stelldicheins.

Kapellensteighöhle und Dornenhöhle

In den „Beiträgen zur Höhlen- und Karstkunde in Südwestdeutschland“ Nr. 55 sind unsere Berichte über die Kapellensteighöhle und die Dornenhöhle erschienen:

NUDING, B. & SCHUSTER, R.: Die Kapellensteighöhle (Katasternummer 7226/61) bei Oberkochen (Schwäbische Alb).

MARWAN, P. & SCHUSTER, R.: Die Dornenhöhle (Katasternummer 7723/63) bei Rechtenstein (Schwäbische Alb).

Weitere Artikel in unterschiedlichen Zeitschriften sind auf dem Weg.

Vorstellung der Funde aus der Kleinen Scheuer

2018 wurde zum ersten Mal seit beinahe 100 Jahren wieder in der Höhle „Kleine Scheuer“ auf dem Rosenstein archäologisch geforscht und neue Erkenntnisse gewonnen. Die Stadt Heubach und die Universität Tübingen werden nun die Funde der Öffentlichkeit präsentieren.

Die Ausstellungseröffnung findet am 21.03.2019 ab 19 Uhr in der Aula des Rosenstein-Gymnasiums in Heubach statt. Die Exponate werden in einer kleinen Ausstellung gezeigt und in Fachvorträgen von Prof. Dr. Harald Floss und Stefan Wettengl erläutert. Danach kann die Ausstellung noch bis zum 07.04.2019 im Foyer des Heubacher Schlosses besucht werden.

Hades als Bildhauer

Auf dem Weg nach Hause von der Katastersitzung in Laichingen, an der Bernd und ich teilgenommen haben, entschließe ich mich spontan, durch das Roggental zum Mordloch zu fahren. Durch das in der Nacht eingesetzte Tauwetter hoffe ich, dass der Höhlenbach aktiv geworden ist und mit Getöse aus dem Eingang heraus fließt. Dem ist aber nicht so. Dafür hat sich Hades als Bildhauer betätigt und den Eingang zu seiner Heimat mit Skulpturen von allerlei Schraten dekoriert: