Personalia

Gerhard Novak

Abschied von Gerhard Novak

Mit großer Traurigkeit muss ich heute den Tod unseres Höhlenfreundes Gerhard Novak vermelden. Gerhard hat wie kein anderer vier Jahrzehnte lang den Heubacher Höhlenverein geprägt; „Arge Rosenstein“ und „Gerhard Novak“ waren quasi Synonyme. Ich hatte die Chance, gut die Hälfte dieses Weges gemeinsam mit Gerhard zurückzulegen und kann auf viele zusammen durchgestandene Höhlenabenteuer zurückblicken. Gerhard war ein besonderer Mensch, was sich unter anderem auch daran zeigt, dass er sich bei der Gründung der Höhlenforschergruppe mit 35 Jahren schon in einem Alter befand, in dem sich durchschnittliche Höhlenforscher bereits wieder aus dem Hobby zurückgezogen haben. Gerhard hat da erst richtig losgelegt.

Franz-Keller-Stein

Der „Rosensteindoktor“ Franz Keller

Der „Rosensteindoktor“, das war die liebevolle Bezeichnung, welche dem Arzt, Heimatforscher, Freizeitarchäologen und Höhlenforscher Dr. Franz Keller von der einheimischen Bevölkerung verliehen worden war. Am 03.07.1852 in Reutlingen geboren, kam Keller nach dem Abschluss seines Medizinstudiums im Jahr 1877 als junger Arzt nach Heubach. In der Hauptstraße, bei der Abzweigung der Straße zum Rosenstein, errichtete er sein Heim – schon damals begann die Symbiose zwischen Franz Keller und „seinem“ Berg, der ihn für die folgenden Jahrzehnte beschäftigen sollte.

In Memoriam Herbert Daniel Gebauer

Mit großer Bestürzung habe ich heute vom Tode meines langjährigen Höhlenfreundes Herbert Daniel Gebauer erfahren.

An meine erste Begegnung mit Daniel erinnere ich mich noch genau: Das war am 26.12.1985. Ich war damals ein 15-jähriger Teenager, der erst ein paar Monate vorher zum Hobby „Höhlenforschung“ gefunden hatte. Zwei Tage zuvor hatte ich „meine erste Höhle“ entdeckt und weil in unserer Gruppe damals niemand vermessen konnte, baten wir Daniel und seine Freunde von der Höhlenarbeitsgruppe Schwäbisch Gmünd um Unterstützung bei der Dokumentation. Somit fand das erste Treffen mit Daniel stilecht in einer Höhle statt.

Gedenken an Alfred Bögli

Prof. Dr. Alfred Bögli, eine der Leitfiguren der Höhlen- und Karstforschung, ist am 11. Februar 1998 im Alter von 86 Jahren verstorben. Seine Ideen, Beiträge und Untersuchungen zur Karst- und Höhlenkunde brachten die wissenschaftliche Forschung erheblich voran und ermöglichten den Weg zu einem besseren Verständnis der höhlenbildenden Vorgänge.

Besonders zu nennen ist dabei seine Entdeckung der Mischungskorrosion im Jahre 1963. Der Wirkungsgrad der Korrosion war lange Zeit heftig umstritten, da man davon ausging, daß das eindringende Wasser bald gesättigt und zur Korrosion kaum mehr fähig sei. Böglis Erkenntnisse über die Mischungskorrosion brachten hier ganz neue Anstöße.

Auch mit der Erforschung des Höllochs im Muotatal wird der Name Böglis für immer verbunden sein, deren Initiator und Motor er über Jahrzehnte hinweg gewesen ist.

Alfred Bögli wurde 1912 in Bern geboren, studierte an den Universitäten Bern und Fribourg und promovierte 1939. Seinen ersten Lehrauftrag für Karst- und Karsthydrographie erhielt er 1965 an der Universität Frankfurt am Main, erst nach seinen ersten aufsehenerregenden Veröffentlichungen.

Um sein Andenken zu ehren, und seine Arbeit zu würdigen, soll anschließend eine Auswahl seiner Arbeiten bibliographisch aufgeführt werden. Sie stehen zum größten Teil auch in der Vereinsbibliothek und können dort natürlich eingesehen oder ausgeliehen werden.

Werke und Aufsätze von Alfred Bögli

  1. Probleme der Karrenbildung, in: Geographica Helvetica 6, 1951, S. 191-204
  2. Karsthydrographische Untersuchungen im Muotatal, in: Regio Basiliensis 1, 1959/60, S. 68-79
  3. Der Chemismus des Lösungsprozesses und der Einfluß der Gesteinsbeschaffenheit auf die Entwicklung des Karstes, I.G.U.-Report, Comm. Karst Phenomena, New York 1956, S. 7-17
  4. Die Phasen der Kalklösung, in: Geographica Helvetica 12, 1957, S. 244-245
  5. Kalklösung und Karrenbildung, in: Zeitschrift für Geomorphologie, Suppl.- Bd. 2, 1960, S. 4-21
  6. Karrentische, ein Beitrag zur Karstmorphologie, in: Zeitschrift für Geomorphologie, Neue Folge 5, 1961, S. 185-193
  7. Un exemple de complexe glacio-karstique: Le „Schichtrippenkarst“, in: Revue Belge Geographique, No. spec., Karst et climat froid, Brüssel 1964
  8. Mischungskorrosion, ein Beitrag zum Verkarstungsproblem, in: Erdkunde 18, 1964, S. 83-92
  9. Leuchtende Finsternis, Bern 1965 (zusammen mit H.W. Franke)
  10. Karstwasserfläche und unterirdische Karstwasserniveaus, in: Erdkunde 20, 1966, S. 11-19
  11. Präglazial und Präglaziale Verkarstung im hinteren Muotatal, in: Regio Basiliensis 9, 1968, S. 135-153
  12. Neue Anschauungen über die Rolle von Schichtfugen und Klüften in der karsthydrographischen Entwicklung, in: Geologische Rundschau 58, 1969, S. 395-408
  13. Das Hölloch und sein Karst, in: Stalactite, Suppl. 4a, Neuchâtel 1970
  14. Kalkabtrag in den nördlichen Kalkalpen, in: Actes du 4 Congrès national de spéléologie, Neuchâtel 1970, und Stalactite, Suppl. 6a, Neuchâtel 1971
  15. Karsthydrographie und physische Speläologie, Berlin 1978 (Springer)