Heubach

Die Suche nach der kalten Luft

Stehst du auf dem Rosenstein um Acht

bist du um den Schlaf gebracht

(Prolog)

Um acht Uhr morgens treffe ich mich auf dem Rosenstein mit Bernd, der seine gute Fluke-Wärmebildkamera mitgebracht hat. Wir wollen einige Stellen am Fuße der Felsen auf der Nordseite untersuchen, ob dort kalte Luft austritt. In der Theorie sollte die dichte, kalte Luft aus dem Höhleninnern an tiefer gelegenen Eingängen ausfließen und dort im Vergleich zu der aktuellen Tageshitze einen gut messbaren Kontrast ergeben. Der Plan ist, diese Idee an einigen bekannten Höhlen auszuprobieren und dann „verdächtige Löcher“ auf Luftströmungen zu untersuchen, die auf ein größeres Höhlensystem hindeuten können.

Sommerfrische Rosenstein

Ein Spaziergang führt die beste Ehefrau und mich auf den Hausberg der Heubacher, den Rosenstein. Bei der Gelegenheit werfen wir auch einen Blick in die Kleine Scheuer und die Dreieingangshöhle. In der Scheuer hängen etliche Karabiner und Bandschlingen an der Decke. Die Höhle scheint sich reger Beliebtheit bei den Kletterern zu erfreuen, da man hier auch bei Regen trainieren kann. Sehr positiv überrascht die geringe Menge an Müll in der Höhle. Kein Vergleich zu früher, wo wir manchmal alleine hier 15 kg Abfall eingesammelt haben. Auch in der Dreieingangshöhle ist alles paletti.

Fastnachtshöhle

Am späten Vormittag schlurfen die beste Ehefrau von allen und ich – allen Blindschleichen zum Trotz – auf den Gunung Scheuel hinauf und nähern uns gemächlich der Fastnachtshöhle. Vor dem Eingang der Höhle finden wir eine Feuerstelle mit Ascheresten, die wir als erstes gleich mal abtragen, damit keine Wanderer zu der Idee verleitet werden, man könne hier im trockenen Wald im Naturschutzgebiet nach Herzenslust kokeln. …

Paparazzi

Irgendwie habe ich kaum gute Fotos von ausgerechnet der wichtigsten Höhle des Rosensteins, dem Finsteren Loch. Nicht digital und schon gar nicht auf Film – eine unbedingt zu schließende Lücke! Diesen Mangel abzuhelfen treffen sich Irene, Rudi und ich um 19 Uhr auf dem Rosenstein. Diese Uhrzeit habe ich vorgeschlagen, weil dann in der viel frequentierten Höhle hoffentlich nicht ständig Touris ins Bild latschen. …

Lagekorrektur Rosenstein

Ab und zu muss man mal einen Großputz machen und verschiedene Dinge bereinigen. Dazu gehören auch alte höhlenkundliche Ausarbeitungen. Viele der Höhlen am Rosenstein wurden bereits in den 80er Jahren vermessen, fotografiert und dem Höhlenkataster zugeführt. Damals wusste man hierzulande noch nicht, wie man GPS buchstabiert und die Koordinaten der Höhlen musste man von der topographischen Karte aus Papier abnehmen. Die Position auf der Karte wurde meistens anhand der Entfernung von einem markanten Punkt geschätzt. Es ist also an der Zeit, die alten Koordinaten mit neuer Technik zu kontrollieren. Bei dieser Gelegenheit kann man auch die Höhlenpläne überprüfen und neue Fotos machen.