Wasserfall im Dschungel

Wasserfall Air Terjun Burung Walet

Heute nehme ich euch mit zu einer Location, bei der es sich nicht um eine Höhle im eigentlichen Sinne handelt. Sie liegt aber unter der Erde, ist durch Wasser entstanden und es ist dort auch ziemlich dunkel. Mitten in der Nacht (d. h. um acht Uhr) fahren die beste Ehefrau und ich in das Dorf Tetebatu auf der Insel Lombok. Das Dorf hat seinen Platz an der Südflanke des mächtigen Gunung Rinjani, mit rund 3700 m Höhe der zweithöchste Vulkan von Indonesien. Wir werden dort schon von Edi erwartet, unserem kompetenten Tourguide. Glaubt es mir, ohne erfahrenen Führer findet man sich in dem Gewirr von Reisfeldern, Plantagen und Schluchten nicht zurecht! Zumal der Weg teilweise über Privatgrund führt, was man sich als Fremder ohne ortsansässigen Begleiter besser nicht erlauben sollte. Die Wege sind auch nicht bezeichnet, sondern es geht oft an den Rändern von Reisfeldern oder an Bewässerungsgräben entlang.

Nachdem wir Tetebatu, in dem die Zeit stillzustehen scheint, hinter uns gelassen haben, führt uns Edi zum Rande einer kleinen Schlucht, aus der das Brausen von Wasser herauf tönt (Koordinaten 116.425588° E, 8.547575° S). Zuvor müssen wir ein geringes Eintrittsgeld von 40.000 Rupiah (knapp 4 EUR) entrichten, mit dem die einfachen Einbauten in der Klamm in Schuss gehalten werden. Wir ziehen die Schuhe aus und es geht hinein ins nasse Vergnügen!

Leiter und Steg in der Klamm

Die Kletterstellen sind teilweise durch in den Fels gehauene Stufen und zum Teil mit Bambusleitern gesichert. Der rauschende Bach nimmt meistens die gesamte Breite der Klamm ein und es geht schon mal bis zu den Oberschenkeln ins Wasser. An einer Stelle führt ein Steg aus Bambusrohren über den Bach. Von den Seiten plätschert Wasser in die Schlucht und man wird auch von oben tüchtig bewässert. Durch den schmalen Schlitz zur Oberwelt hängt üppige Vegetation herunter. Einfach genial! In manchen Teilen ist es auch ziemlich dunkel. Am Ende der Schlucht stößt man auf den Höhepunkt: Ein Wasserfall stürzt laut tosend in ein ausgewaschenes Bassin. Ein paar junge Indonesier haben uns auf dem Weg hinein überholt, die wir hier wieder treffen. Sie haben einen Mordsspaß dabei, neben dem Wasserfall hochzuklettern und in das Tosbecken zu springen. Uns gefällt es auch sehr gut. Ich mache Fotos und Videos, bevor wir den Weg nach draußen antreten. Der Wasserfall hört übrigens auf den Namen Air Terjun Burung Walet (Air Terjun = Wasserfall, Burung Walet = (Mauer-) Segler).

Die Tour geht danach noch ein paar Stunden weiter, wo wir u. a. im Wald frei lebende Affen zu sehen bekommen. Zum Schluss wird uns ein leckeres Essen serviert, bevor wir uns wieder auf die Fahrt ins Tal machen.

Unseren Führer Edi kann ich an dieser Stelle wärmstens weiter empfehlen. Falls jemand von euch die Wanderung auch in Angriff nehmen möchte, sind hier seine Telefonnummern: +62 823 391 68 368 bzw. +62 823 419 66 505.

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