Batu Bolong: Loch mit Meerblick

In der bereits am Vormittag glühenden Hitze spaziere ich mit meiner Gattin zum Pura Batu Bolong, dem „Tempel mit dem Lochfelsen“ (indonesisch: batu = Felsen / Stein, bolong = Loch). Dieser bali-hinduistische Tempel liegt an der Westküste der indonesischen Insel Lombok, an der Straße von der Hauptstadt Mataram nach Senggigi. Vor einer Million Jahren ergoss sich hier basaltisch-andesitische Lava (Kalibabak-Formation) ins Meer und formte eine kleine Landzunge. Die Brandung hat im Laufe der Zeit in das pechschwarze Gestein einige kleine Höhlen genagt und noch später errichteten Hindus von Bali einen Tempelkomplex an diesem Ort.

Nach Entrichten des geringen Eintrittsgeldes schreitet man durch mit Swastika verzierte Tore (Hach, würden sich die Braunromantiker hier wohlfühlen!) und erforscht das Innere der Anlage. Neben einigen Schreinen und Götterstatuen, die aus dem schwarzen Basalt gehauen wurden, stößt man im hinteren Teil auf eine kurze Durchgangshöhle. Sie mag etwa 5 m lang sein, mannshoch und in seitlicher Körperhaltung begehbar. Uns ist eine Befahrung leider nicht vergönnt, denn der letzte Abschnitt des Tempels ist ausschließlich Gläubigen zum Gebet vorbehalten. Wir dürfen nur von außen schauen. In verschiedenen Kulturen gilt das Durchschlüpfen durch solche Löcher als Reinigungs- oder als Fruchtbarkeitsritual. Ob das auch hier gilt, kann ich nicht sagen. Interessant ist das Höhlchen aufgrund des spirituellen Umfeldes allemal.

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