Die Moosmannshöhle bei Schramberg

– Auf Großmutters Spuren –

Als ich noch ein Bub war, erzählte mir meine aus Schramberg stammende Oma davon, wie sie als Backfisch mit ihren Freundinnen beim Wandern von schlechtem Wetter überrascht wurde und sich in einer Höhle unterstellen musste. Irgendwie ist mir diese Erzählung über die Jahrzehnte hinweg im Gedächtnis haften geblieben. Im Vorfeld eines kurzen Urlaubs im Schwarzwald habe ich mich im Internet und mit Hilfe von Katasterlisten schlau gemacht, was es in der Gegend um Schramberg an Höhlen gibt. Die beste Kandidatin für Omas Höhlenabenteuer schien mir die Moosmannshöhle zu sein.

Im Nieselregen und Nebel steigen die beste Ehefrau von allen und ich vom Tale zur Ruine Hohenschramberg auf. Die Trümmer dieses Castillo sind sehr sehenswert und umfangreich. Während wir in den Wrackteilen der Burg umher stapfen, kommt netterweise die Sonne heraus, so dass wir uns fröhlich auf Höhlensuche begeben.

Über den Höhenrücken geht es von der Burg etwa 2km nach NNW, wobei gut ausgeschilderte Wege es fast unmöglich machen, die Höhle zu verpassen. In die topografischen Karte und in der Karte von Openstreetmap ist sie auch eingetragen. Zum Schluss führt ein schmaler Pfad im Zickzack steil bergauf und man stößt im lauschigen Wald auf einen Buntsandsteinfelsen mit der Moosmannshöhle.

Die Moosmannshöhle bei Schramberg, eine ca. 5m lange Höhle im Buntsandstein.
Die Moosmannshöhle bei Schramberg, eine ca. 5m lange Höhle im Buntsandstein.

Die Höhle mag etwa 5m lang sein und führt leicht ansteigend ins Gestein. Der Boden ist sehr trocken und man kann es in dem Loch sicher eine Zeit lang aushalten. Die rußgeschwärzten Wände zeigen an, dass das Loch rege als Ausflugsziel und Abenteuerspielplatz frequentiert wird. Allerdings kann man an den meisten Stellen nicht komfortabel stehen. Im Winter dürfte es auch lausig kalt werden, weshalb ich von der Fabel über den Einsiedler, der hier gewohnt haben soll, nicht all zu viel halte. Das Gangprofil der Höhle ist sacht gerundet, wobei mir die Genese völlig unklar ist. Fließendes Wasser kann man eher ausschließen. Frostsprengung scheint mir wahrscheinlicher.  Ich will auch nicht ausschließen, dass menschliche Aktivität zur Hohlraumbildung beigetragen hat.

Auf jeden Fall aber ein gemütliches Plätzchen! Allerdings wartet eine Ferienwohnung auf uns, weshalb wir nicht in die Höhle einziehen und uns nach einiger Zeit wieder fort begeben.

Die Moosmannshöhle bei Schramberg