Weiter geht es mit der Überprüfung der Koordinaten und Pläne von Rosensteinhöhlen und der Fotodokumentation dieser Objekte. Es stehen diesmal lauter brutale 5m- Hämmer an, so dass für die Tour nur die härtesten der harten Höfos in Frage kommen: Irene und ich. Ok, es hatte sonst einfach niemand Zeit…

Wir begeben uns am frühen Nachmittag auf den Rosenstein und wandern über die Bärenhalde in Richtung Westen. Nach kurzer Zeit erreichen wir die Untere und die Obere Pli(c)ksburggrotte (ich weiß nie, ob sich der Namen gebende Herr mit oder ohne c schreibt). Diese Höhlen sind auf der topographischen Karte eingezeichnet, weshalb wir davon ausgehen können, dass die Koordinaten stimmen. Einzige neue Erkenntnis: Heute wimmelt es in der unteren Höhle nur so vor Holzwespen (?). Auch an anderen Stellen werden wir diese Insekten heute noch in großer Zahl antreffen.

Ein paar Meter westlich von der Plicksi stoßen wir auf die Gemütliche Höhle. Es handelt sich im wesentlichen um eine einzige Kammer, die durch einen torbogenartigen Eingang betreten wird. Mit Mühe kommt das Loch auf harte 5m. Der Plan stimmt, die Koordinaten auch und nach ein paar Fotos geht es schon wieder weiter.

Am Wandfuß weiter nach Westen gehend, stoßen wir auf die Rosenstein-Überdeckungshöhle 1. Diese gar nicht mal so kleine Höhle entstand durch tektonisches Abgleiten einer riesigen Felsplatte von der Felswand. So wurde ein Durchgang mit dreieckigem Profil, unten breit und oben schmal, geschaffen. Weniger beruhigend ist die Tatsache, dass die Felsplatte von zahlreichen Rissen durchzogen wird und es nicht klar ist, bis wann sie durch bricht und es zum Felssturz kommt. Plan passt, Koordinaten müssen angepasst werden.

Nur ein paar Schritte weiter kann man steil im Hang hoch kraxeln zur Vergessenen Kluft. Die Höhle ist zwar klein aber abwechslungsreich. Sie ist in zwei Etagen angelegt, wobei der obere Teil kluftgebunden hoch und schmal und der untere breit und niedrig in den Berg führt. Ich denke, der untere Teil hat sich durch Inkasion verbreitert, wobei sich die ursprüngliche Raumform verändert hat. Der Plan ist ok, die Koordinaten dagegen sind total Banane und müssen kräftig verbessert werden.

Beim nächsten Ziel handelt es sich um die Rosenstein-Nordhanghöhle 1, die zunächst mit uns Versteck spielt. Es gelingt ihr aber nicht, sich unserem Zugriff zu entziehen. In dieser Höhle war ich schon seit 20 Jahren nicht mehr und der Eingangsbereich sieht ganz anders aus, als es mir die Erinnerung weismachen will. Wir schlazen uns an und robben rein ins Vergnügen. Der zu schlufende Eingang führt in eine kleine Gangerweiterung, in der wir zu zweit liegend Platz haben. Müdigkeit kommt nicht auf, denn es ist zu steinig. Hinten kann man sich zwischen sehr labilen Versturzblöcken in eine kleine Endkammer aufwärts schieben, was aber nicht zu empfehlen ist. Bei einer Befahrung vor Dekaden ist der Versturz teilweise zusammen gekracht, was dem Loch den Beinamen Polterhöhle eingebracht hat. Fotos schießen, Plan passt und die Koordinaten bedürfen nur geringer Korrekturen.

Zum Schlafen zu steinig: Rosenstein-Nordhanghöhle 1
Zum Schlafen zu steinig: Rosenstein-Nordhanghöhle 1

Durch den Burggraben steigen wir auf die Hochfläche auf und nähern uns von oben der Rosenstein-Nordhanghöhle 2, die praktisch genau über der Rosenstein-Überdeckungshöhle 1 liegt. Ein Graben führt steil abwärts zur Felskante und zum Eingang muss man in der linken Grabenwand hochklettern. Wir sichern uns mit einem Seil, was sich aber als unnötig erweist. An seinem Anfang ist der Graben noch nicht so steil, als dass man bis zum Abgrund abrutschen könnte. Ein umgestürzter Baum sorgt für Chaos und wir bleiben ständig in seinen toten Ästen hängen. Wir erklimmen die moosig-glatte Felswand und schauen in die Höhle hinein. Plan stimmt und die Koordinaten müssen verbessert werden.

Wir packen unsere Sachen und treten den geordneten Rückzug an.

Lagekorrektur 2 1/2