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Exogene Faktoren

Für die Induktion der Luftbewegungen in der Atmosphäre sind Druckänderungen oder -Unterschiede verantwortlich, wobei sich die zwischen zwei verschiedenen Druckgebieten ausgetauschten Luftvolumina und die resultierenden Windgeschwindigkeiten leicht berechnen lassen.

Gase sind innerhalb weiter Grenzen kompressibel; daher müßte die höhenabhängige Druckverteilung in einer gedachten Luftsäule durch die Benutzung der barometrischen Höhenformel berücksichtigt werden. Bei den relativ kleinen Höhenunterschieden in der Höhle jedoch und vor allem im Hinblick auf die realisierbare Messgenauigkeit, kann Luft in erster Näherung als inkompressibel betrachtet werden. Um den Auflastdruck (Hydrostatischer Druck) einer ruhenden Luftsäule auf den Untergrund zu ermitteln, reicht in diesem Falle die hydrostatische Grundgleichung aus:
 

displaymath1140

tex2html_wrap1022:
Hydrostatischer Druck [Pa]
tex2html_wrap1023:
Luftdichte [tex2html_wrap1024]
tex2html_wrap1025:
Höhe der Luftsäule [m]
tex2html_wrap1026:
Fallbeschleunigung [tex2html_wrap1027]

 

 

Die Salzgrabenhöhle ist dynamisch bewettert, d.h. das Höhlenwetter korrespondiert über mindestens zwei Tagöffnungen in unterschiedlicher Höhenlage mit der freien Atmosphäre. Der untere Eingang in das Höhlensystem liegt bei 960 m ü. NN, hinter dem der Hauptgang um ca. 90-100 m abfällt. Über geneigte Gänge und Kamine steigt der Wetterweg wieder auf bis zu einer erforschten Höhe von 1284 m ü. NN (A.A. 1988; BäUMLER 1987); die obere(n) Tagöffnung(en) sind bisher nicht entdeckt worden. Aus dem Verlauf der Hochfläche ergibt sich jedoch, dass die Ausstichspunkte der Höhle bei ca.1600 m ü. NN liegen müssen (vgl. Abb. 3, S. gif).

Daraus folgt die Existenz eines durchgehenden Wetterweges vom Simetsbergplateau zum Eingang der Salzgrabenhöhle mit einem Höhenunterschied von ca. 640 m. dass diese Luftsäule durch Stufen unterbrochen wird und auch nicht senkrecht steht, spielt gemäß den Gesetzen der Hydrostatik keine Rolle, da irreguläre Säulen den gleichen Auflagedruck ausüben wie eine regelmäßige, senkrechte Säule gleicher Höhe. Es ist auch nur der reine Höhenunterschied zwischen der oberen und unteren Tagöffnung entscheidend, da der 90 m hohen, abfallenden Luftsäule (Eingang bis tiefster Punkt) eine gleich hohe aufsteigende Säule (tiefster Punkt bis Eingangsniveau) entgegenwirkt und so für Gleichgewicht sorgt, unter der Voraussetzung, dass die Luftdichte in beiden Schenkeln dieses gedachten U- Rohres gleich groß ist. Die Temperatur und Feuchtemessungen belegen, dass dies tatsächlich der Fall ist. Die Höhlenatmosphäre ist somit als 640 m hohe Luftsäule mit bestimmten Eigenschaften beschreibbar, die über den Eingang der Höhle mit dem Außenwetter in Verbindung steht. Im Freien wiederum ist über dem Eingang eine zweite Luftsäule zu denken, die ebenfalls 640 m hoch istgif. Sofern deren übrige Eigenschaften ebenfalls identisch sind, kann die hydrostatische Grundgleichung wie folgt umgeformt werden:
 

displaymath1141

tex2html_wrap1028:
Luftdichte der freien Atmosphäre
tex2html_wrap1029:
Luftdichte der Höhlenatmosphäre

 

 

Da tex2html_wrap1030 und tex2html_wrap1031 Konstanten sind, stellentex2html_wrap1028 und tex2html_wrap1029 die einzigen Variablen dar. Ist tex2html_wrap1034, verhalten sich die innere und die äußere Luftsäule wie der Inhalt zweier kommunizierender Röhren, d.h. es herrscht ein Gleichgewicht.

Ist nun tex2html_wrap1035, wird die dichtere Luft aufgrund des größeren hydrostatischen Drucks das Bestreben zeigen, die andere Luftsäule anzuheben, d.h. die Luft fließt durch den Verbindungskanal, in diesem Falle den Höhleneingang, und verursacht eine Wetterbewegung.

Wenn das Volumen des Verbindungskanals (Gaudischluf) im Vergleich zu den verbundenen Luftvolumina infinitesimal klein ist, was bei dieser Höhle annähernd vorausgesetzt werden darf, kann die Windgeschwindigkeit mit dem THEOREM VON TORRICELLI berechnet werden:
 

displaymath1142

tex2html_wrap1036:
Windgeschwindigkeit [tex2html_wrap1037]
tex2html_wrap1026:
Fallbeschleunigung [tex2html_wrap1027]
tex2html_wrap1040:
Druckhöhe [tex2html_wrap1041]

 

 

Die Druckhöhe ist jener Betrag, um den die schwerere Luftsäule verlängert gedacht werden muss, wenn die Dichte gleich wäre. Er errechnet sich aus der Druckdifferenz zwischen den beiden Luftvolumina nach der Formel
 

displaymath1143

tex2html_wrap1042:
Druckdifferenz [tex2html_wrap1043]
tex2html_wrap1026:
Fallbeschleunigung [tex2html_wrap1027]
tex2html_wrap1023:
Dichte der schwereren Luftsäule [tex2html_wrap1024]

 

 

(WESTPHAL 1970: 158).

Mit Hilfe der bisher genannten Formalismen lässt sich die aus den Dichteunterschieden zu erwartende Windgeschwindigkeit abschätzen.

Um die Ursachen der Druckänderungen analysieren zu können, gilt es zunächst, die Eigenschaften von Luft zu berücksichtigen. Die Temperaturen an der Erdoberfläche liegen weit über den Siedepunkten der Luftkomponenten und nahe der Boyle-Temperatur, so dass sich das reale Verhalten der Luft weitgehend dem idealen Zustand nähert. Es ist deshalb zulässig, Luft als ideales Gas zu betrachten. Es gilt die ideale Gaszustandsgleichung
 

displaymath1144

Da in den anderen Gleichungen mit der Dichte operiert wird, kann die obige Beziehung unter Berücksichtigung der Feuchtigkeit wie folgt umgeformt werden:
 

displaymath1145

tex2html_wrap1023:
Luftdichte [tex2html_wrap1024 ]
tex2html_wrap1050:
aktueller Luftdruck [Pa]
tex2html_wrap1051:
aktueller Wasserdampfdruck [Pa]
tex2html_wrap1052:
mittlere Molekülmasse von Luft [tex2html_wrap1053]
tex2html_wrap1054:
universelle Gaskonstante [tex2html_wrap1055]
tex2html_wrap1056:
aktuelle Lufttemperatur [°C]
tex2html_wrap1057:
absolute Luftfeuchte [tex2html_wrap1058]

 

 

Die Formelzeichen entsprechen den Vorschlägen von BLüTHGEN & WEISCHET (1980: 187). Aus der Gleichung ist der Zusammenhang zwischen den einzelnen Parametern Dichte, Feuchtigkeit, Temperatur und Druck ersichtlich.

Von den die Dichte beeinflussenden Größen wurde der Luftdruck bisher in der Salzgrabenhöhle leider nicht gemessen; er wird bei den Berechnungen mit 101300 Pa eingesetzt.

Zunächst wird der Einfluß der Lufttemperatur untersucht, wobei die Bestimmung für die Außenatmosphäre und für das Höhlenwetter erfolgen muss. Der jahreszeitliche Temperaturverlauf der Außenluft ist aus Abb. 4 zu entnehmen.

figure204
Abbildung: Jährlicher Temperaturverlauf für die Außenatmosphäre

Das Diagramm gibt für jeden Monat die mittlere Temperatur, die durchschnittliche Höchst-(Tages-) Temperatur und ebenso die gemittelte Tiefst- (Nacht-) Temperatur an. Es ist jedoch nicht statthaft, diese Werte direkt mit der Höhle zu vergleichen, da sie in geschützter Tallage (542 m ü. NN) gewonnen wurden. Die Temperaturabnahme mit der Höhe, der geometrische Temperaturgradient, muss berücksichtigt werden. Dieser beträgt weltweit 0,5-0,8 °C/100 m (BLüTHGEN & WEISCHET 1980: 161), den genauen Wert für den Alpenpark Berchtesgaden bestimmte ENDERS (1979: 39) mit 0,47 °C/100 m. Es ist naheliegend, die Temperatur zu benutzen, die auf halber Höhe der betrachteten Luftsäule wirksam ist (Mittelwert), d.h. bei der Salzgrabenhöhle jene bei 1280 m ü. NN. Die einzelnen Temperaturen von Abb. 4 sind somit um 3,5 °C zu reduzieren, damit diese einen repräsentativen Charakter erhalten.

Während die mittlere Außentemperatur (auf Höhlenniveau korrigiert) zwischen -6,2 °C im Januar und +12,5 °C im Juli variiert, bleibt die Innentemperatur im Mittel fast konstant bei ca. 4 °C. Dies entspricht fast genau der Jahresmitteltemperatur der Außenluft auf Höhlenniveau (3,3 °C), was nicht weiter verwunderlich ist, da Erdreich und Gestein die Temperaturextreme nur zögernd mitmachen und somit dämpfend wirken (BLüTHGEN & WEISCHET 1980: 121).

Im März 1984 wurden folgende Temperaturen gemessen: An der Traufkante betrug die Temperatur gegen Mitternacht -11 °C und am oberen Ende des Riesenkamins +2,6 °C (zu einem anderen Zeitpunkt!). Wenn man jetzt die Luftfeuchte vernachlässigt (gleich Null) und den Luftdruck mit 101300 Pa ansetzt, lassen sich die jeweiligen Dichten für Innen und Außen berechnen.

tex2html_wrap1059
 
 

tex2html_wrap1060
 
 

Mit der hydrostatischen Grundgleichung ergeben sich für die oben genannten Dichten bei tex2html_wrap1061 folgende Auflastdrücke:

tex2html_wrap1062

tex2html_wrap1063

Die Druckhöhe beträgt dementsprechend 31,5 m, was nach dem Theorem von Torricelli einer Windgeschwindigkeit von tex2html_wrap1064entspricht. Tatsächlich gemessen wurden tex2html_wrap1065(Gaudischluf)gif.

Diese Diskrepanz erklärt sich damit, dass die beiden benutzten Temperaturen nicht synchron gemessen worden sind. Die Messung der Windgeschwindigkeit erfolgte wiederum zu einem ganz anderen Zeitpunkt, da nur eine Messgruppe mit einem Gerätesatz anwesend war. Die Messung wurde nämlich bei Tage durchgeführt, wo logischerweise der Temperaturgegensatz (Mittagstemperatur nur noch -5 °C) kleiner ist. Anbetracht dieser Zugeständnisse ist die Abschätzung der Wetterbewegung durchaus in ihrer Genauigkeit akzeptabel!

Im Juni 1984 wurden Temperaturen gemessen, aus denen sich theoretisch eine Windgeschwindigkeit von tex2html_wrap1067errechnen lässt, wenn auch praktisch nur tex2html_wrap1068gemessen wurden. Mehr als nur die reinen Zahlenwerte interessiert jedoch die Tatsache, dass die Richtung des Windes im Vergleich zur Wintermessung genau umgekehrt verläuft.

Dieser Wetterumkehr oder Wetterinversion kommt größere Bedeutung zu. Es wurde bereits explizit vermerkt, dass bei gleicher Dichte (also gleicher Temperatur) Innen und Außen ein Gleichgewicht herrscht, d.h. der Wetterfluß reißt ab und es kommt zur Wetterstockung. Betrachtet man die Höhle zunächst im Winter, wo die Innentemperatur deutlich höher ist als die Außentemperatur, erfolgt die Bewetterung bergeinwärts. Die dünnere Höhlenluft steigt auf und entweicht durch Schächte und Spalten im Simetsbergplateau, was natürlich eine Ansaugung von Kaltluft um unteren Eingang bewirkt. Diese Kaltluft nimmt am Höhlengestein die im Sommer gespeicherte Wärme auf und akklimatisiert sich auf die Jahresmitteltemperatur von ca. 4 °C. Damit ist sie ebenfalls zum Entweichen nach oben befähigt, was die Wetterbewegung am Laufen hält.

Im Frühjahr nimmt die Windstärke ab, da der Temperaturgegensatz verflacht. Sobald beide Werte gleich groß sind, tritt die Wetterstockung auf. Im Sommer schließlich übertrifft die Außentemperatur die Temperatur des Höhlenwetters, was nun zur Bewetterung bergauswärts führt, d.h. die dichtere Höhlenluft fließt zum unteren Eingang aus und saugt von oben Warmluft nach, die sich in der Höhle abkühlt.

Auf Abb. 5 ist die Lage von Höhlen auf dem Simetsberg neben den darin herrschenden Bewetterungsrichtungen vermerkt. Jene Höhlen, die im Sommer einen Luftzug einwärts aufweisen, müssen einen Ausgang nach unten besitzen, wie aus dem bisher Gesagten hervorgeht. Es wäre nun theoretisch denkbar, dass es sich bei diesen Objekten um die gesuchten oberen Eingänge der Salzgrabenhöhle handelt.

figure236
Abbildung: Lageplan der bewetterten Schächte auf dem Simetsbergplateau

Die Höhlen- oder Gesteinstemperatur beträgt etwa 4 °C. Im Vergleich mit dem jährlichen Temperaturverlauf, der in Abb. 4 dargestellt ist, (geometrischen Temperaturgradienten beachten!), wird die Temperaturgleichheit gegen Ende April erreicht; es kommt also zur Wetterinversion. In der ersten Oktoberhälfte sinkt die Außen- wieder unter die Innentemperatur, eine weitere Wetterinversion ist die Folge.

Diese einfache Betrachtungsweise, nach der es im Frühjahr und im Herbst zu jeweils einer Wetterumkehr kommt, setzt einen gemittelten Temperaturverlauf voraus. Es ist jedoch leicht zu ersehen, dass die tägliche Minimaltemperatur noch bis Ende Mai/Anfang Juni auf die Höhlentemperatur abfällt, bzw. die Maximaltemperatur schon im März größer als 4 °C sein kann. Mit einer täglichen Inversion während der Monate März bis Mai kann also gerechnet werden, wobei tagsüber schon die sommerliche Wetterrichtung vorherrscht und bei Nacht noch Winterbedingungen anzutreffen sind. Umgekehrtes gilt für den Herbst. Aber auch im Hochsommer sind einzelne Inversionen in Frostnächten nicht auszuschließen. Dieses rasche Umschlagen der Wetterrichtung wurde aus der Salzgrabenhöhle bisher nicht berichtet, wohl aber aus der meteorologisch ähnlichen Eisriesenwelt (HAUSER & OEDL 1926: 79, 84, 86).

Wie die Formel für die Luftdichte zeigt, wird diese Größe nicht nur vom Druck und der Temperatur beeinflußt, sondern auch von der Feuchte.

Es ist ein Irrtum anzunehmen, dass die Dichte mit zunehmender Feuchte wächst (Luft plus Wasserdampf), sondern das Gegenteil ist vielmehr richtig. Wasserdampf verdrängt einen Teil der Luft, der eine höhere Masse als der Dampf selbst hat, da auch die ,,Molmasse`` der Luft (tex2html_wrap1069) größer als jene des Wassers (tex2html_wrap1070) ist. Feuchte Luft ist somit leichter als trockene; dieser Zusammenhang ist in Abb. 6 graphisch dargestellt.

figure247
Abbildung 6: Zusammenhang zwischen Luftfeuchte und -Dichte

Zwischen der Feuchte und der Temperatur besteht ein enger Zusammenhang, da der Dampfdruck bekanntlich mit der Temperatur (exponentiell) wächst. Warme Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen als kalte (bzw. es steht einfach mehr Dampf zur Verfügung).

Der Sättigungsdampfdruck [E] kann aus Tabellen (z.B. LüCK 1964: 28-31) entnommen werden. Es ist jener Druck, angegeben in Pa (bzw. in mbar = 100 Pa), den der Dampf bei einer Feuchte von 100 % ausübt, d.h. wenn die Luft keinen weiteren Dampf mehr aufnehmen kann. Davon unterschieden wird der (aktuelle) Dampfdruck [e], der herrscht, wenn keine Sättigung vorliegt und der ebenfalls in Pa angegeben wird. [a] ist die absolute Feuchte, gemessen in tex2html_wrap1058 (Gramm Wasserdampf pro Kubikmeter Luft). [U] ist schließlich die relative Feuchte in Prozentgif. Die Luftfeuchte in der Höhle liegt bei 95-100 %; nur an sehr trockenen Stellen, etwa dem Satteldom, kann sie auch kleiner sein. Die Tagluft ist nicht viel trockener, was aus den Tabellen bei ENDERS (1979: 84) zu ersehen ist, der 73 % als kleinsten Wert angibt. Der Durchschnitt liegt bei etwa 80 %. Bei einer Temperatur von 4 °C, einem Druck von 101300 Pa und 70 % außen und 100 % innen beträgt die zu erwartende Windgeschwindigkeit tex2html_wrap1076.

Bisher wurde von einer Gleichgewichtseinstellung mit der damit verbundenen Wetterstockung ausgegangen, wenn die Temperaturen gleich groß sind. Sobald aber, wie im obigen Beispiel, die Feuchte differiert, bleibt die Wetterführung trotzdem bestehen. Bei 4 °C im Frühjahr würde die Luft immer noch bergeinwärts strömen. Um eine Stockung zu bewirken, müßte die Außentemperatur geringfügig höher sein (4,8 °C), um auf diese Weise den Dichteunterschied zu kompensieren. Genau genommen ist es erforderlich, die virtuellen Temperaturen zu vergleichen; dies sind jene Temperaturen, die Luftvolumina verschiedener Feuchte haben müßten, um die gleiche Dichte aufzuweisen. (LILJEQUIST 1974: 43).

Abschließend sei noch bemerkt, dass die durch die Feuchte induzierte Wetterführung immer in die gleiche Richtung weist, nämlich nach innen (Die Feuchte außen kann maximal so groß sein, wie die Feuchte innen). Sie verstärkt die temperaturbedingte Bewetterung im Winter und bremst sie im Sommer.

Auf das Fehlen von Messwerten zum aktuellen Luftdruck, der eine weitere klimatologische Kenngröße ist, wurde schon hingewiesen. Deshalb sind über die Druckverhältnisse und ihre Auswirkung nur theoretische Überlegungen möglich.

Die größten Druckänderungen werden vermutlich durch Luv- und Lee-Effekte verursacht. Wenn der Wind den Höhleneingang anbläst, verursacht er dort einen Staudruck, der die Wetterführung im Winter verstärkt und im Sommer abschwächt.

Der die zu vermutenden Schachtöffnungen im Simetsbergplateau überstreichende Wind führt dort zu einem Sog (GESETZ VON BERNOULLI), welcher den Höhlenwind im Winter beschleunigt und im Sommer bremst. Dieser Sogeffekt kann bei jeder Windrichtung auftreten, der der Berg ausgesetzt ist, doch die Verstärkung durch den Staudruck ist nur gewährleistet, wenn der Wind gleichzeitig den unteren Eingang anbläst, was bei Wind von Norden der Fall sein kann.

Die Druckverhältnisse in den durchströmten Gängen der Höhle sind ebenfalls eine Betrachtung wert. Besonders hohe Windgeschwindigkeiten sind im Gaudischluf zu messen (tex2html_wrap1065, Düseneffekt), was an der angeblasenen Seite, aus der der Wind kommt, zu einem Überdruck führt. Der Zusammenhang zwischen der Druckdifferenz und der Windgeschwindigkeit wird durch das AUSSTRöMUNGSGESETZ VON BUNSEN beschrieben:
 

displaymath1146

bzw.
displaymath1147

(nach WESTPHAL 1970: 159)

tex2html_wrap1078 und tex2html_wrap1079 sind die Drücke am Anfang bzw. Ende des Gaudischlufs. Bei der genannten Windgeschwindigkeit von tex2html_wrap1065, lässt sich eine Druckdifferenz von ca. 150 Pa erwartengif.


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