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Hydrologie

Wenigstens einfache Kenntnisse über die Hydrologie aktiv-vadoser Höhlensysteme sollten zur Beurteilung der meteorologischen Verhältnisse vorhanden sein, da das Wasser ein nicht zu unterschätzender Faktor als Ursache der Luftbewegungen in Höhlen ist. Es überträgt bei turbulentem Fließen seinen Bewegungsimpuls auf die Luft, überflutet Räume und wirkt so verdrängend auf die Gasphase und erniedrigt in Form von Feuchtigkeit die Dichte und damit schließlich auch den hydrostatischen Druck der Luft.

Tracerexperimente, Schüttungsmessungen u.ä. fanden im Einzugsgebiet der Salzgrabenhöhle bisher nicht stattgif, doch hat GRUBERT (1990) in seiner Arbeit einige Überlegungen zur hydrologischen Situation angestellt, die nachfolgend angegeben werden.

Aufgrund der errechneten Niederschlagsmenge pro Flächeneinheit, der geschätzten Schüttungen der Höhlengewässer und der synchronen Pegelschwankungen, glaubt GRUBERT (1990) drei verschiedene Bachsysteme mit den dazugehörigen Einzugsgebieten unterscheiden zu können--die Salzgrabenhöhle wäre demnach hydrologisch ternär.

Der Hauptabfluß ist der Bach, der vom Grünseesiphon gespeist wird, dann wieder in der Wasserfallkluft in Erscheinung tritt und über die Nabelkluft dem Schwarzsee im Satteldom zufließt. Möglicherweise ist der Kristallsee ebenso wie das Achental eine weitere Station noch vor dem Grünsee. Der Unterlauf schließlich ist unbekannt, aber es ist zu vermuten, dass das Wasser in einigen Quellen (Schradl-Loch, Grünseebrunnen) unmittelbar über und unter dem Wasserspiegel des Königsees (ca. 600 m ü. NN) den Aquifer verlässt. Die Schüttung schwankt zwischen einigen Sekundenlitern im Winter und mehreren Kubikmetern pro Sekunde bei Schneeschmelze (KLAPPACHER & KNAPCZYK 1977: 201).

Das Einzugsgebiet müßte bei den gegebenen Niederschlagsmengen deshalb mindestens dreimal so groß sein, wie die Fläche des Simetsberges. Die Wasserschlinger an der Hochfläche beim Funtensee (Abflußrichtung nicht bekannt) dürften das Defizit nicht begleichen können, weshalb das Einzugsgebiet des Hauptbaches weit bis in das Zentralmassiv des Steinernen Meeres reichen muss, dessen Durchschnittshöhe etwa 1800 m ü. NN beträgt. dass das Einzugsgebiet des Hauptbachs in etwas größerer Höhe liegen muss, wird durch die im Juli 1989 beobachtete Oszillation des Wasserspiegels untermauert . Diese wurde vermutlich durch die tagsüber einsetzende (und nachts wieder abklingende) Schneeschmelze angeregt, wobei das tiefer gelegene Gelände über der Höhe aber schon längst schneefrei war. Das Wasser konnte daher nur aus Schneefeldern in höherer Lage, etwa dem Steinernen Meer selbst, stammen (GRUBERT 1990: 44).

Die zahlreichen kleineren Bäche, die etwa die Wasserstelle bei der Biwakschachtel speisen, die Gumpen im Antreibergang nachfüllen etc., scheinen ihr Wasser ausschließlich vom Simetsbergplateau zu beziehen (ca.1600 m ü. NN). Auch ein Abfluß vom Funtensee-Schlinger her wäre eventuell denkbar. Die Schüttung dieser Gewässer bleibt hinter jener des Hauptbachs weit zurück.

Ein weiterer kleiner Bach beginnt schon fast in der Eingangshalle und fließt bergeinwärts --Fließrichtung entgegengesetzt zu den anderen Bächen--über die Eiskapelle und den Richters Rutsch zum Gaudischluf, wo er in der Regel im Kies und Geröll versickert. Nur bei hoher Schüttung dringt er weiter vor und bewirkt eine Wasseransammlung im Bereich des Grand Salon, der in seltenen Extremfällen (August 1959) zum Siphon werden kann. Das Wasser dieses Bachs stammt sehr wahrscheinlich aus der Simetsberg-Nordwand, von wo es durch eine ausgeprägte Störung in den Anfangsteil der Höhle gelenkt wird.


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