Mission „Kaltes Herz“

Im Versturz

Was ist in dem im Mai entdeckten Bröller passiert? Zuerst wenig, denn die Enge des vom Eingang nach links ziehenden Schlufes versprach nicht viel bezüglich aufregender Entdeckungen. Erst für Ende Juli wurde eine weitere Aktion geplant, die aber aufgrund des mehrere Tage anhaltenden Dauerregens wortwörtlich ins Wasser fiel. Bei einer Ortsbesichtigung am 26.07. beobachtete Rudi einen respektablen Bach, der tosend aus dem Eingang des Bröllers heraus schoss. Am 29.07. war ich mit Okvin vor Ort, wo ich die Schüttung des Höhlenbaches auf immerhin noch rund 3 l/s schätzte. Am 06.08. war die Höhle trocken und wir haben zugeschlagen!

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Die Vermessung des Rosensteins

Es ist vollbracht! Sämtliche Vermessungsdaten von allen Höhlen am Rosenstein wurden in Compass erfasst und per EDV ausgewertet. Diesem Erfolg gingen einige Recherchen voraus, die in einem Fall sogar gruppenübergreifend zwischen Heubach, Schwäbisch Gmünd und Laichingen abliefen. Ich danke an dieser Stelle den Freunden Daniel und Ritschi für geduldiges Stöbern in staubbedeckten, alten Vermessungsbüchern, um vor mehr als 30 Jahren gewonnene Daten wieder ans Licht zu bringen. Bei zwei Höhlen sind die Messdaten nicht mehr vorhanden, konnten aber aus den noch existierenden Plänen rekonstruiert werden.

Im Höhlenkataster Schwäbische Alb sind für den Rosenstein insgesamt 44 Katasternummern vergeben. Davon entfällt

  • eine auf einen künstlichen Hohlraum
  • eine auf eine Höhle, deren Verbleib unklar ist
  • eine auf eine bisher noch nicht kartografierte Hohlform
  • eine auf eine Höhle auf Blatt 7125 Mögglingen
  • und zwei auf Höhlenruinen (d.h. alte Höhlen, deren Decken eingestürzt sind und von denen nur noch die Wände stehen).

Die summierte Gesamtmesszuglänge aller vermessenen künstlichen und natürlichen Hohlräume beläuft sich auf 1249 m. Diese entspricht in etwa der Gesamtganglänge aller Hohlräume.

Das folgende Bild gibt einen Hinweis auf die Längenverteilung:

Längenverteilung der Höhlen am Rosenstein.
Längenverteilung der Höhlen am Rosenstein. Hinweis: Der Wert in der Spalte „Included Length“ entspricht ungefähr der Gesamtlänge der jeweiligen Höhle.

Die nachfolgende Abbildung verrät, dass die Hochphase der Höhlenforschung auf / in dem Heubacher Hausberg schon Dekaden zurück liegt:

Jährliche Verteilung der vermessenen Längen
Jährliche Verteilung der vermessenen Längen. Diese Statistik umfasst auch Oberflächen- und Außenmesszüge, nicht nur Messstrecken in der Höhle.

Man sieht, dass „Peak Cave“ schon 1987/88 überschritten wurde. Macht aber nix, in den Hochgebirgsregionen und den Tropengürteln unseres Planeten schlummern noch massig Höhlen für kommende Generationen.

[Update 09.07.2017: Eine noch fehlende Höhle nachgetragen und die Statistiken entsprechend ergänzt.]

Kompass kalibrieren

Obwohl ich ziemlich technikaffin bin, haben wir in unserer Gruppe bislang die Anschaffung elektronischer Vermessungsgeräte (wie z.B. dem DistoX) vermieden. Die hohen Kosten stehen in keiner Relation zu den paar Höhlen, die wir pro Jahr vermessen. Wir setzen stattdessen auf die altbewährten Peilgeräte mit Magnetkompass und Neigungsmesser.

Nun müssen die optisch-mechanischen Geräte regelmäßig geprüft und kalibriert werden. Die Genauigkeitsangaben der Hersteller sollte man keinesfalls unbesehen übernehmen! Es kann schon mal vorkommen, dass die Kompassdose in der Fabrik nicht sauber ausgerichtet in das Gehäuse eingeklebt wird und man dadurch systematische Fehler erhält. Auch können Stöße beim Transport das Lager der Kompassrose beschädigen und die Genauigkeit der Messung beeinflussen. Unser Schweizer Kollege Bitterli hat sich schon vor Jahren Gedanken zu möglichen Fehlern bei der Vermessung gemacht und wie man diese am besten vermeidet (der Originalbeitrag steht in „Stalactite“ 1/1995).

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Dachshöhle

Heute gibts endlich wieder einen richtigen Forschungsbericht! Schon im Dezember hatte uns Kamerad Rudi eine kleine Sandsteinhöhle mitten in Schwäbisch Gmünd gezeigt, die im Kataster bzw. in der Literatur bislang unbekannt ist. Diesem Loch wollen wir nun auf den Grund gehen. Am Sonntag Nachmittag kommen Bernd, Irene, Markus und ich in der Becherlehenstraße in Gmünd zusammen. Nach einem fröhlichen Shake Hands wandern wir im Sonnenschein den Weg auf die „Kleine Schweiz“ hinauf. Der Weg knickt nach rechts, danach kommen ein paar Treppenstufen und dann eine Haarnadelkurve. Dort gehen wir nach rechts weglos in die Pampa und stehen wenige Minuten später vor dem Eingang. „Dachshöhle“ weiterlesen

Wenn erwachsene Männer durch den Wald pirschen

und es nach frischem Nagellack riecht, dann ist nicht der Christopher Street Day in die Pampa verlegt worden, sondern Höhlenforscher führen eine Oberflächenvermessung durch. Nagellack dient hierbei als simples Hilfsmittel, um Messpunkte diskret zu markieren.

Genau das kann der aufmerksame Beobachter am Samstag Morgen um 8 auf dem Rosenstein ungläubig bestaunen. Bernd und ich legen einen Oberflächenmesszug zwischen dem Haupteingang der Dreieingangshöhle und ihrem Nebeneingang, der sog. „Gegenhöhle“. Warum? Wir wollen überprüfen, ob bei der Vermessung anno 1987 etwas schief gegangen ist und ob der Seitengang in der Dreieingangshöhle wirklich so hart nach rechts (Osten) abknickt und auf die Gegenhöhle zu läuft, wie es der Höhlenplan von damals zeigt.
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Datensammeln am Scheuelberg

Nach Feierabend flitzte ich noch schnell auf den Scheuelberg und sammelte mit dem GPS die Koordinaten einiger Höhlen am Nordhang ein. Außerdem dokumentierte ich die Eingänge und ihre Umgebung mit der Kamera. Guter Ausgleich an der frischen Luft nach einem Tag vor dem Computerbildschirm.

Man spricht Deutsch

Vor kurzem habe ich die grafische Oberfläche des Vermessungsprogramms Therion fast komplett auf Deutsch übersetzt. Einer der Programmautoren hat den Eingang meiner Änderung inzwischen bestätigt. Man kann davon ausgehen, dass eine der kommenden (Entwickler-) Versionen schon bald mit dem Anwender auf Wunsch deutsch „reden“ wird.