Konglomerathöhlen sind Geschichte

Meine bessere Hälfte und ich kommen gerade von einem Spaziergang aus Lautern hinter dem Rosenstein zurück.

Vor 30 Jahren haben wir, meine Höhlenfreunde und ich, in einer aufgelassenen Kiesgrube bei der Lauterner Ölmühle zwei merkwürdige Höhlen untersucht. Merkwürdig deswegen, weil sie sich in einer zu Gestein verfestigten Brekzie befanden. Wahrscheinlich hat Kalktuff, der im Lappertal verbreitet ist, den Hangschutt zusammen geklebt. Die beiden Höhlen waren zusammen 7 m lang. Wegen ihrer geologischen „Exotik“ wurden sie unter der Nummer 7225/99 und dem Namen „Konglomerathöhlen“ im Höhlenkataster erfasst. So häufig sind Höhlen in quartärem Gestein nicht!

Heute waren meine Gattin und ich nach Feierabend nach sehr langer Zeit wieder dort unterwegs. Obwohl die Kiesgruben inzwischen teilweise von der Vegetation zurück erobert worden sind, konnte ich die Höhlen nach kurzer Suche lokalisieren. Genauer gesagt, deren traurige Reste. Sie sind nämlich eingestürzt, der Platz war jedoch zweifelsfrei wieder zu erkennen. Ganz so stabil war die Brekzie also wohl doch nicht. Ich kann mich erinnern, dass sich die Brekzie wie eine Gletscherzunge über den lockeren Kies geschoben hatte. Durch Nachbruch hatten sich die beiden Hohlräume gebildet. Um bei der Gletscher-Metapher zu bleiben: Er hat inzwischen gekalbt und ist abgebrochen. In der Stirnfläche des Abbruchs ist noch eine kleine Hohlkehle als Rest des rechten Höhlenganges zu erkennen.

Manchmal gehen geologische Prozesse ganz schnell!

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