Return to the crime scene: Speläo-Südwest 2016

An diesem Wochenende hat die Höfo-Tagung „Speläo-Südwest“ in Heroldstatt die Tore geöffnet, nachdem sie letztes mal 2012 in Hohenlohe über die Bühne gegangen war. Eigentlich folgt die Veranstaltung einem zweijährigen Turnus, aber der für 2014 fällige Termin musste gestrichen werden. Neu ist außerdem, dass Speläo-Südwest im Frühjahr stattfindet, nachdem in den vergangenen Dekaden immer die Herbstferien herhalten mussten.

Vor 18 Jahren war Speläo-Südwest schon einmal in Heroldstatt. Mit meinem damaligen Höhlenverein war ich dabei und ich habe die Veranstaltung noch als sehr feucht-fröhlich in Erinnerung. Es zieht einen immer wieder an den Schauplatz früherer Sünden zurück, auch wenn wir jetzt alle älter und weiser (zumindest älter) geworden sind.

Irene, Bernd, Markus und meine Wenigkeit treffen kurz vor neun Uhr in der Gemeindehalle zusammen und nach der Anmeldung im Tagungsbüro suchen wir uns ein gutes Plätzle in der Nähe der Bühne.

Nach den obligatorischen Grußworten vom Veranstalter, Bürgermeister und dem Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher, geht es richtig los. Ich kann an dieser Stelle nicht auf alle Vorträge und Präsentationen eingehen, denn dafür sind sie einfach zu zahlreich und zu umfangreich.

Von der 2012er Tagung habe ich den Eindruck mitgenommen, dass die Höhlenforschung im Südwesten in einer tiefen Krise steckt, weil die Gruppen kaum Nachwuchs haben und es kaum noch neue Höhlen zu entdecken gibt. Die aktuellen Berichte der Katasterführer bestätigen heute zwar, dass es kaum noch Neumeldungen von Höhlen gibt. Die Berichte der Gruppen am Vormittag und die „großen“ Vorträge am Nachmittag zeichnen jedoch ein wesentlich munteres Bild. An allen Ecken und Enden wird noch gewerkelt, gegraben und geforscht. Die großen Durchbrüche konzentrieren sich zwar auf die üblichen Verdächtigen der vergangenen Jahre im Blaukarst, insgesamt ist die Stimmungslage optimistisch. Potenzial hat die gute, alte Alb noch reichlich, es liegt nur nicht mehr so einfach vor einem.

Trotzdem man mich bzw. unsere Präsentation erst mit meinem alten Höhlenverein verwechselt, stelle ich die Arbeiten unserer kleinen Gruppe vor. Ich gebe mit ein paar Folien einen Abriss unserer Aktivitäten auf der Alb und im Albvorland, der positiv aufgenommen wird. Auch eine „Rebellengruppe“ bringt etwas zu Stande…

In der Mittagspause wechseln an Hottis Verkaufsstand Ausrüstungsgegenstände und Bargeld ihre Besitzer und ich gehe mit einem neuen Schlaz und Helm vom Platz.

Am Nachmittag geht es mit Vorträgen weiter und ich nehme durchaus die eine oder andere neue Kenntnis mit nach Hause.

Den Abendvortrag über die Sontheimer Höhle (in der ich bis heute noch nicht war – was für eine Bildungslücke!) hätte ich zwar gerne gesehen, aber meine bessere Hälfte wartet Zuhause, so dass ich am Abend ins Auto hüpfe und im Regen gen Heimat düse. Ich freue mich auf das nächste Mal!